Teile des Münsterlandes lagen im November 2005 im Dunkeln. Eine Studie der FH Münster wirft nun Licht auf die Tage im Schneechaos. Für die meisten ist die Krisensituation einigermaßen glimpflich ausgegangen. Mit der Arbeit der Hilfsorganisationen waren die Betroffen zufrieden. Zu zufrieden? Möglicherweise tragen ausgerechnet diese guten Erfahrungen zu einer trügerischen Sicherheit bei.
Teile des Münsterlandes lagen im November 2005 im Dunkeln, ganze Orte waren vom Stromnetz abgehängt. Schuld daran waren extreme Schneemassen in kurzer Zeit. Strommasten knickten um wie Streichhölzer, in einigen Gebieten herrschte Katastrophenalarm. Über mögliche Folgen ist viel spekuliert worden. Eine Diplomarbeit am Fachbereich Oecotrophologie der Fachhochschule Münster nimmt einen Teilaspekt der Krisensituation nun genauer unter die Lupe. Ute Menski hat untersucht, welche Konsequenzen die Betroffenen aus ihren Erfahrungen gezogen haben, um in Zukunft zum Beispiel bei einem Stromausfall besser gewappnet zu sein. Ihr Thema waren Kerzen, Batterien, Konservenbüchsen, Campingkocher, H-Milch und Mineralwasser, kurz: Notvorräte in Privathaushalten.
„Nahrungsmittelversorgung und Katastrophenmanagement im Münsterland 2005“ lautet der Titel der Studie. Die Erhebung basiert auf knapp 600 Fragebögen, ausgefüllt von Bürgern aus Ochtrup, Laer, Schöppingen, Horstmar und Borghorst. Das Fazit der Absolventin: „Die meisten Befragten waren mit der Arbeit von Feuerwehr, Rotem Kreuz und anderen Helfern zufrieden.“ Überraschend fand sie allerdings das Sicherheitsdenken in den Privathaushalten. „Dafür, dass Stromausfälle oder andere Krisen durchaus jederzeit vorkommen könnten, gibt es zu wenig Bewusstsein“, bedauert Prof. Dr. Joachim Gardemann, der die Arbeit der Studentin betreut hat. Kein Wunder eigentlich, schließlich verheißen Supermarktregale, Kioske und Tankstellenshops, dass alles immer reichlich und rund um die Uhr zu kaufen ist.
Eine trügerische Sicherheit, findet Menski. Ihre Empfehlung lautet, in jedem Haushalt einen stromunabhängigen Notvorrat anzulegen. „Dafür braucht man keinen Keller, noch nicht einmal viel Platz“, räumt sie mit einem gängigen Vorurteil auf. „Haltbare Zutaten, die auch sonst in der Familie Abnehmer finden, verderben nicht, wenn man immer die neuen Packungen nach hinten stellt.“ So rücken die älteren Vorräte nach vorne, wo sie auch ohne Not allmählich aufgebraucht werden. Werkslagerung heißt dieses Prinzip.
Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hatte die Studie in Auftrag gegeben. Weitere Informationen zur Studie gibt es unter www.fh-muenster.de. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe bietet eine Broschüre zum Thema an. www.bbk.bund.de
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