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Lesetraining an Bayerns Hauptschulen

Lesetraining an Bayerns Hauptschulen

16.04.2007, (RK)

Spätestens seit der PISA-Debatte ist es Allgemeingut: Ein großer Teil der deutschen Jugendlichen, insbesondere an Hauptschulen, liest schlecht. Entsprechend groß ist das Risiko für die Schülerinnen und Schüler, keinen oder nur einen schlechten Schulabschluss zu erwerben bzw. mit zu geringen Grundkompetenzen im weiteren Ausbildungs- und Berufsleben keinen Platz zu finden. Bayerns Kultusministerium verkündet darum nun eine Initiative zur Förderung der Lesekompetenz an Hauptschulen.

"Zwar hat Bayern bei der PISA-Studie deutschlandweit einen Spitzenplatz belegt. Wir wollen uns aber nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen, sondern die Lesekompetenz unserer Hauptschüler weiter stärken.", betonte Staatssekretär Karl Freller bei einer Pressekonferenz am Montag an der Dr.-Theo-Schöller-Schule in Nürnberg. Zusammen mit Dr. Richard Sigel von der Ludwig-Maximilian-Universität haben drei sogen. FOKUS-Hauptschulen in Nürnberg in den vergangenen zwei Jahren das Leseförderprogramm "STIKK_4" entwickelt, das sich an den internationalen Vergleichsstudien PISA und IGLU ausrichtet.

Wie bei jedem guten Projekt stehen auch hier die Buchstaben für etwas: STundenplanverankert, Individualisiert, Kompetenzstufenorientiert und Klassenübergreifend. Im Rahmen des Programm würden, so die Pressemitteilung, Schülerinnen und Schüler je nach Leistungsstand in vier verschiedenen Kompetenzstufen gefördert. Außerdem gebe es eine Basisförderung für diejenigen Schüler, die selbst einfachste Inhalte nur schwer verstehen und für die die Anforderungen der Kompetenzstufe 1 zu schwierig sind.

Als Grundlage diene ein Test, der zu Beginn des Schuljahres durchgeführt werde. Die Gruppen würden in den 5. und 6. Klassen gebildet, in der Basisgruppe seien maximal acht Schüler. Je nach Leistungsstand trainierten die Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Texte mit entsprechenden Übungen und könnten so wesentlich intensiver gefördert werden.

Die Stunden für die Leseförderung kommen u.a. aus dem Pool für Individualisierung. Bayernweit stünden im Schuljahr 2006/07 für die individuelle Förderung zusätzlich 313 Lehrerplanstellen für die Volksschulen zur Verfügung.

Dr. Richard Sigel von der LMU München unterstrich bei der Pressekonferenz die postiven Erfahrungen der zweijährigen Pilotphase. "Innovative Schulen individualisieren und modularisieren ihre Leseförderung und können die Schülerleistungen deutlich verbessern, wenn die Basisförderung in kleinen Gruppen stattfindet. Die Zahl der Risikoschüler konnte deutlich verkleinert werden. Zudem wurden nach einer Umfrage bei den 50 beteiligten Lehrkräften an sechs Hauptschulen überraschend hohe Zustimmungswerte bezüglich der neuen fachdidaktischen Förderkonzeptionen festgestellt."

(Quelle: PM)

 

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