Nach einiger Zeit des Hypes rund um die "3d-Welt" Second Life ist es in den letzten Monaten immer ruhiger geworden. Nach und nach haben die meisten Unternehmen ihre Präsenz in Second Life zurückgefahren bzw. ganz aufgegeben. Da überrascht eine Pressemitteilung aus Tübingen, die für Anfang Dezember die Eröffnung eines virtuellen Forschungslabors in Second Life ankündigt.
Mit dem Hype kamen in Second Life natürlich auch die überzogenen Erwartungen. Während Firmen auf Zusatzgeschäfte hofften, setzten andere direkt auf das "Virtuelle Pferd". Aber es gehört eben nicht nur PR sondern vor allem ein Konzept und ein langer Atem dazu, so etwas auch sinnvoll zu nutzen. Ich erinnere mich noch an verschiedene Präsentationen auf der Learntec, in denen sich Studenten realer Kurse virtuell in Second Life versammelten und die PowerPoint-Präsentationen auf einer virtuellen Wand betrachteten, aber kaum einer die Sinnfrage stellte. Dabei bietet eine 3d-Umgebung auch pädagogisch viele Ansätze und Lösungsmöglichkeiten, die eine 2d-Lernumgebung schlicht nicht hat.
"Das virtuelle Forschungslabor haben die Tübinger eingerichtet, um computerunterstütztes kooperatives und individuelles Lernen in 3D-Umgebungen zu untersuchen. Das Institut für Wissensmedien kooperiert hier eng mit Johannes Moskaliuk von der Abteilung Angewandte Kognitionspsychologie und Medienpsychologie der Universität Tübingen. In einem gemeinsamen Forschungsprojekt werden mit Hilfe einfacher Kategorisierungsaufgaben das individuelle Lernen und die kooperative Wissenskonstruktion untersucht. Die Teilnehmer der geplanten wissenschaftlichen Studien und Experimente werden dabei direkt aus dem aktiven Nutzerkreis von Second Life angeworben." (Quelle: PM, Institut für Wissensmedien)
Grundlage des aktuellen Projekts ist eine Diplomarbeit von Sonja Traut (Hochschule Offenburg), neben dem Institut für Wissensmedien ist dann noch eine auf Second Life spezialisierte Agentur beteiligt.
Wir werden die Meldung zum Anlass nehmen nach einer längeren Abstinenz wieder einmal in Second Life vorbeizuschauen - vielleicht ist es dort inzwischen ja ganz nett, nachdem die PR-Hyper alle weg sind.
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