Diese Anweisung wird u.a. in der aktuellen Ausgabe der Elternzeitschrift des Bayerischen Kultusministeriums begründet.
Grundsätzlich ist sicher zu diskutieren, ob Schulen sich an LAN-Partys beteiligen sollen und diese durch Räumlichkeiten noch unterstützen. Allerdings bleibt die Argumentation äußerst dürftig. Einerseits werden angebliche Argumente genannt, die aber in keiner Weise begründet werden. So wird weiterhin das Bild gezeichnet, dass Computer-Spiele und vor allem Ego-Shooter emotional abstumpfen. Weiterhin wird unterstellt, dass auf LAN-Partys im Allgemeinen verbotene und als jugend gefährdet eingestufte Spiele gespielt werden.
Gerade zu absurd wirkt der vorletzte Absatz: Dort steht, dass Eltern sich weiter informieren sollten, da ja trotz des Verbots weiterhin LAN-Partys an anderen Orten stattfinden. Da stellt sich doch die Frage, ob ncht gerade die Schule die Chance geboten hätte, sich dem Thema anzunehmen und damit auch als Inhalt zu besetzen.
Gerade an einer Schule sollte es doch möglich sein, dass auf LAN-Partys eben nicht indizierte Spiele zum Einsatz kommen und dass sich Schüler auf eine andere Weise der Thematik nähern. Allein durch das Verbot werden diese Veranstaltungen für Jugendliche ja nicht unattraktiver - und dass eine (offensichtlich ja gewünschte) Kontrolle an anderen Orten erfolgt, damit ist wohl nicht zu rechnen. Damit werden Eltern eher im Regen stehen gelassen und die Schule hält sich aus diesem Bereich heraus.
Wenn man Veränderung und damit auch Öffnung der Schule ernstnimmt, dann sollte sie sich der Umwelt der Jugendlichen annehmen und versuchen sie mit zu gestalten. Und wo ist dies einfacher als in den eigenen Räumlichkeiten?
Sich dagegen diesem Bereich zu sperren und die Verantwortung irgendwohin wegzudelegieren, erscheint mir doch etwas einfach. Auch der Versuch allgemeine Vorurteile, die bisher durch wissenschaftliche Untersuchungen nicht belegt wurden, als Quasi-Tatsachen an Eltern zu verbreiten, erscheint mir nicht der beste Weg.
Aber im Zeichen knapper Kassen wird unter LAN-Partys wohl eher ein Kostenfaktor gesehen, den diese sicher haben, wenn man sich als Schule dort inhaltlich mit einbringen will.
Für reticon Martin Ragg
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