Was machen Sie mit Büchern, die Sie nicht haben wollen? Schon zum zweiten Mal ärgert mich dieser die Tage die PR-Abteilung der ZEIT mit einem "Geschenk", Band 1 der "ZEIT Klassik Edition". Lesen Sie, warum mich das Geschenk ärgert - und was das mit kultureller Hemmung zu tun hat.
Als ordentlicher ZEIT Abonnent fand ich letzte Woche Band 1 der "ZEIT Klassik-Edition" (Yehudi Menuhin) im Briefkasten vor. Der Briefumschlag war noch mit einer nett aufgedruckten Geschenkschleife versehen.
Eigentlich freue ich mich über Geschenke - aber was soll ich mit Band 1 einer 20-teiligen Reihe? Die Antwort der PR-Strategen ist klar: natürlich die fehlenden 19 umgehend erwerben und fertig ist das Lexikon.
Die ZEIT versucht dies schon zum zweiten Mal bei mir. Vor einiger Zeit war Band 1 mit einigen hundert Seiten eines Lexikons in der Post.
Normalerweise habe ich so etwas wie eine "kulturelle Hemmung". Ich befördere ungern Bücher (Kultur!) in die Mülltonne. Zeitschriften verabschiede ich doch einmal im Jahr, bei Tageszeitungen fällt es mir leichter - aber druckfrische Bücher in die MüllPapiertonne?
Doch was soll ich mit einem einzelnen Band eines Lexikons? Den kann ich weder verschenken, noch in den Bonner Bücherschrank stellen. Und die weiteren Bände werde ich nicht kaufen. Ich bin prinzipiell gegen die Guerilla-Verschenk-Verlockungs-PR-Strategen. Besonders oder vielleicht auch gerade wenn die Kampagne 3 Millionen Euro gekostet hat.
Man fühlt sich als Kunde auch irgendwie unmündig - ich bekomme ja gerne Geschenke, aber im Zweifel möchte ich mich gerne selber entscheiden können und nicht "unter Druck" gesetzt werden.
Daher gilt es Mut zu haben und die kulturelle Hemmung zu überwinden: ab in die Tonne (auch wenn es in der Seele weh tut).
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