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Kreatives Chaos im Kopf

26.06.2006, (MR)

Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift Gehirn&Geist (7-8/2006) beschäftigt sich in einem Artikel mit Kreativität am Beispiel des Falles Brain Wilson (Beach Boys). Feste Verknüpfungen von Gedanken und Gefühlen lösten sich bei ihm zunehmend auf, so Gehirn&Geist.

Nachfolgend ein Ausschnitt des interessanten Artikels mit freundlicher Genehmigung des Spektrum-Verlages:

" Kreatives Chaos im Kopf: der Fall des Ex-"Beach Boy" Brian Wilson
Besonders kreative Menschen wie Künstler und Musiker ent­wickeln überdurchschnittlich häufig psychische Probleme - was die Ideen mitunter noch mehr sprudeln lässt.
Ab Mitte der 1960er Jahre - auf dem Höhepunkt des Erfolgs der "Beach Boys" - litt deren Bandleader Brian Wilson zunehmend unter Wahnvorstellungen und Halluzinationen. Die bei Gesunden eher fest gefügten Verknüpfungen von Gedanken und Gefühlen lösten sich bei dem Musiker mehr und mehr auf, wie der kanadische Mediziner Brian Levine von der University of Toronto in der neuen Ausgabe von Gehirn&Geist (Heft 7-8/2006) beschreibt. Von Wilsons psychotischer Störung besonders betroffen waren die "exekutiven Funktionen" - so nennen Neuropsychologen die Fähigkeit, Handlungen zu planen und wohlkoordiniert in die Tat umzusetzen sowie Impulse zu kontrollieren.
Die Erkrankung prägte auch Wilsons Arbeit am Hit-Album "Pet Sounds" von 1967: Er nahm eine Vielzahl einzelner Melodiefragmente im Studio auf, um sie erst später zu fertigen Musikstücken zu verknüpfen. Auch der Einsatz ungewöhnlicher Instrumente wie Fahrradklingeln sowie die von Wilson angeordnete Kostümierung der Musiker im Aufnahmestudio lassen sich seiner ungehemmten Impulsivität und Assoziationsfreude zuschreiben.
Anfangs konnte Wilson seine übersprudelnden Ideen noch sichten und zu Song verarbeiten. Doch im Lauf der Zeit gelang es ihm immer weniger, die musikalischen Versatzstücke zu einem Ganzen zusammenzufügen; Anfang der 1980er Jahre zog sich Wilson praktisch ganz aus dem Popgeschäft zurück.
Nach turbulenten Jahren, einschließlich Scheidung von seiner ersten Frau und psychischer Abhängigkeit von seinem Therapeuten Eugene Landy, fand der inzwischen 63jährige Ex-"Strandjunge" erst vor weni­gen Jahren wieder ins normale Leben und zur Musik zurück - dank wirksamer Medikamente und der Unterstützung durch Freunde. 2004 feierte Wilson mit dem Album "Smile" ein großes Come-back." (Quelle: Gehirn&Geist, 7-8/2006)

Weitere Informationen unter: www.gehirn-und-geist.de

 

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