Nun hat auch NRW sein Kopftuchverbot. Der Landtag in Düsseldorf beschloss heute in einer Schul-Novelle, dass muslimische Lehrerinnen in Schulen kein Kopftuch tragen dürfen.
Die Entscheidung viel gegen die Stimmen von SPD und Grünen. Problematisch an der Entscheidung der schwarz-gelben Landesregierung ist, dass explizit auf christlich-abendländische Bildungs- und Kulturwerte verwiesen wird. Und genau dieses Argument hält dafür her, christliche und jüdische Symbole und Kleidung zu erlauben.
Demnach ist in NRW nun das Kopftuch verboten, die Tracht der Nonnen dagegen ausdrücklich erlaubt.
Kommentar
Man könnte wirklich meinen, die Aufklärung sei völlig an uns vorbeigekommen. Aber die Entscheidung reiht sich ein in eine Tendenz der letzten Monate - wenn nicht gar Jahre.
NRW ist nun das achte Bundesland, das ein Kopftuchverbot einführt. Ob die Regelung verfassungsrechtlich Bestand haben wird, bleibt abzuwarten. Der Zentralrat der Muslime äußerte sich in einer ersten Stellung empört und sprach von einer Ausgrenzung des Islam.
Man kann dazu stehen wie man will - auch für oder gegen Kopftuch, aber man sollte konsequent sein. Entweder sind Staat und Kirche getrennt, dann muss man konsequent alles aus der Schule an Symbolik, Kleidung etc. heraushalten. Aber unser Bildungssystem als christlich und explizt nicht islamisch durch die Hintertür einführen zu wollen - das geht an unserer heutigen gesellschaftlichen Realität vorbei.Der Einfluss der Kirchen hat rapide nachgelassen, christliches Kulturgut ist bei vielen auf dem Event-Niveau angekommen - ob der Papst kommt oder Tokio Hotel ist da fast schon egal.
Und auf der anderen Seite übersieht eine derartige Haltung den Einfluss, den der Islam auf unseren Kulturkreis hatte und nicht zuletzt auch alles jenseits der Aufklärung, das sich ganz häufig (und bewusst) vom christlichen Abendland abgesetzt hat.
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