"Man fügt jungen Menschen dadurch Schaden zu", sagte sie in einem Interview mit dem Hamburger Magazin stern. "Der oberste Leitsatz von Schule muss sein, jedes Kind individuell zu fördern. Das werden wir in unser neues Schulgesetz schreiben." Aus vielen Untersuchungen wisse man, dass Sitzenbleiben nicht zum Erfolg führt. "Die Schüler werden nicht besser. Ich habe als Lehrerin immer wieder erlebt, dass Sitzenbleiben zu gewaltigen persönlichen Problemen führt", so Erdsiek-Rave.
"Die Schüler verlieren die Motivation, sie schämen sich."
"Die Schüler verlieren die Motivation, sie schämen sich."
Besonders betroffen seien die Jahrgänge in der Pubertät in der siebten bis neunten Klasse. "Da bleiben Schüler oft wegen ihres lernunwilligen Verhaltens sitzen. Aber das sagt ja nichts über ihr Lernvermögen aus", sagte Erdsiek-Rave dem stern. Um sicherzustellen, dass jeder Schüler im Unterricht folgen kann, soll in Schleswig-Holstein "für jedes Kind ein individueller Lernplan" entworfen werden. "Wenn zum Halbjahreszeugnis absehbar ist, ein Schüler erreicht womöglich nicht das Ziel der Klasse, muss in diesem Lernplan genau definiert werden: Wo sind die Lücken? Wo sind die Schwächen? Was ist konkret zu tun?"
Als ersten Schritt stellt Erdsiek-Rave ab August einen Förderfonds mit 40 zusätzlichen Lehrerstellen für Schleswig-Holstein zur Verfügung. Von den zusätzlichen Mitteln sollen der Förderunterricht für Schüler und die Lehrerfortbildung finanziert werden.
(Quelle: Bildungsklick)
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