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Kinder und Medien

18.08.2008, (MR)

Die Zeitschrift Gehirn&Geist (9/2008) hat in der aktuellen Ausgabe einen Schwerpunkt auf dem Thema "Kinder und Medien". Wie lernen Kinder sich in unserer Medienwelt zu orientieren - zwischen Fernsehen, Internet, Bücher und Zeitungen. Wann verbringt man wie viel Zeit mit Medien? Fragen, auf die verschiedene Artikel versuchen eine Antwort zu geben.

Nachfolgend ein Auszug aus der aktuellen Ausgabe - mit freundlicher Genehmigung des Spektrum-Verlags:

"Medien kindgerecht nutzen
TV-Konsum und Internetsurfen werden oft pauschal für schlechte Schulleistungen oder Gewaltbereitschaft von Kindern und Jugendlichen verantwortlich gemacht. Ob die Vorwürfe begründet sind und welche Gefahren der Bildschirm tatsächlich birgt, erläutert das Psychologie-Magazin »Gehirn&Geist« in seiner neuen Ausgabe (9/2008).
Viele Experten glauben: Kindern die Nutzung elektronischer Medien ganz zu verbieten, ist wenig sinnvoll. Denn sie müssen lernen, sich in der komplexen Medienwelt zurechtzufinden, mit der sie ohnehin konfrontiert werden.
Fast die Hälfte der Kinder in Deutschland hat einen eigenen Fernseher und 95 Prozent der 12- bis 19-Jährigen verfügen über einen Internetzugang. Der Computer liegt auf der Beliebtheitsskala noch vor dem Fernseher: Jeder zweite Jugendliche möchte auf keinen Fall darauf verzichten. Zwar nutzen Kids das Internet für ganz verschiedene Zwecke – von der Recherche fürs Schulreferat, über Computerspiele bis hin zum »Chatten«. Doch gerade letzteres birgt besondere Gefahren: Das belegen zahlreiche Fälle von sexueller Belästigung. Laut einer Umfrage bekamen 13 Prozent der US-amerikanischen Jugendlichen schon einmal eindeutige sexuelle Angebote im Netz. Ein weiteres Problem ist das »Cyberbullying«, die öffentliche Schikanierung anderer. Onlinespiele, Chatten und Internetpornografie bergen zudem hohes Suchtpotenzial.
Worauf sollten Eltern achten? Die Zeit vor dem Computer sollte zunächst je nach Alter begrenzt werden. Das Staatsinstitut für Frühpädagogik empfiehlt, dass Kinder zwischen 4 und 6 Jahren maximal 30 Minuten am Tag am PC spielen oder lernen sollten. Jugendliche dürfen auch mal einen Nachmittag lang surfen, jedoch nicht jeden Tag. Wie Studien zeigen, reagieren bereits Kleinkinder auf Figuren auf der Mattscheibe anders als auf »echte« Menschen – Lerneffekte bleiben vor dem Bildschirm eher aus.
Bei Vorschulkindern ist hingegen ein positiver Einfluss zu beobachten: Die »Sesamstraße« hilft also durchaus, Zahlen und Buchstaben zu erkennen. Die Nachteile des Fernsehens: Manche Inhalte erschrecken den Nachwuchs – selbst wenn sie für ihn gemacht sind. Kinder brauchen ein Happy End und reagieren empfindlich, wenn Urängste wie die Furcht vor dem Verlust der Eltern geweckt werden. So können Filme wie »Bambi«, in dem die Mutter des Rehkitzes stirbt, echte Horrorqualität bekommen.
Aus diesem Grund sollten Eltern das Geschehen auf dem Bildschirm gemeinsam mit den Kindern besprechen und sie damit zu einem selbstständigen und kritischen Umgang erziehen. Außerdem dürfen Fernseher und Computer nicht den Freundeskreis und Hobbies ersetzen. Hier können Erwachsene mit gutem Beispiel vorangehen, indem sie selbst eine aktive Freizeitgestaltung der »virtuellen Welt« vorziehen. Und im Übrigen gilt: Der beste Schutz gegen Medienmissbrauch ist ein vertrauensvolles Familienklima, in dem das Kind ein gesundes Selbstbewusstsein entwickelt." (Quelle: Gehirn&Geist, 9/2008)


Gehirn&Geist ist das Magazin für Psychologie und Hirnforschung aus dem Verlag Spektrum der Wissenschaft. Heft 9/2008 erscheint am 19. August 2008.

Weitere Informationen unter: www.gehirn-und-geist.de

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