Jean Baudrillard ist tot. Der französische Philosoph und Soziologe starb nach langer Krankheit am Dienstag im Alter von 77 Jahren in Paris. Baudrillard hatte sich als Übersetzer von Bertold Brecht und als Kritiker der Medien- und Konsumgesellschaft einen Namen gemacht und ist einer der wichtigsten Denker der Postmoderne.
Für Baudrillard waren es die Medien, die Bilder entwerfen, die mächtiger als die Wirklichkeit sind. Dies schränke die Freiheit ein und entferne die Symbole von der Wahrheit. Die hyperreale Welt der Verführung manipuliere den Verbraucher.
Zuletzt war der 1929 in Reims (Der "Champagner-Metropole", wie viele Tageszeitungen brav aus der Agenturmeldung abschreiben) geborene Baudrillard Professor für Medien und Kultur an der European Graduate School in Saas-Fee in der Schweiz, wo er alljährlich einen Sommerkurs abhielt.
Zu Baudrillards bekanntesten Werken gehören "Requiem für die Medien" und "Kool Killer oder Der Aufstand der Zeichen".
Siehe zu diesem Thema:
Der letzte Prophet. Nachruf in der Zeit von Thomas Assheuer
"Man muss sich wie ein Teleskop in den leeren Raum hinein richten..." Nachruf von Florian Rötzer bei telepolis
Der große Bilderstürmer. Fritz Göttler in der Süddeutschen Zeitung zum Tod von Jean Beaudrillard
"Man muss sich vor der WAhrheit hüten" Interview mit Jean Baudrillard in der taz
"Frankreich ist nur ein Land, Amerika ein Modell" Interview mit jean Beaudrillard in der Süddeutschen Zeitung
Jean Baudrillard Artikel bei Wikipedia
Literatur
Wolfgang Welsch: Unsere postmoderne Moderne bei Amazon
Baudrillard zur Einführung bei Amazon
Werke von Baudrillard bei Amazon
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