Der neueste Spaß in den Redaktionen zwischen Süddeutscher Zeitung und BILD besteht in Qualitätssicherungs-Artikeln rund um Wikipedia. Der tiefere Sinn erschließt sich allerdings selten bei dem Vorgehen.
Die Süddeutsche Zeitung hatte so zuletzt Falschinformationen in Wikipedia-Artikeln untergebracht und dann beobachtet, wie schnell die Wikipedia-Gemeinde die Fehler findet.
Grundsätzlich ist das erst einmal das, was man bei Wikipedia "Vandalismus" nennt. Es stellt sich die Frage, warum es nicht reicht, einfach Artikel mit sachlichen Fehlern bei Wikipedia hervorzukramen - das ist den Redaktionen dann allerdings wohl zu anstrengend und läßt sich auch nicht gut in einer Schlagzeile unterbringen.
Die Reaktion von Wikipedia ist recht deutlich - der Proxy der SZ wurde für drei Monate gesperrt.
Die BILD macht es auch nicht viel besser - dort wurden die Leser aufgerufen, Falschmeldungen zu melden. Bleibt zu hoffen, dass die BILD-Leser jetzt nicht versuchen die Falschmeldungen zu platzieren.
Vergleiche mit anderen Werken sind sicher angebracht und die Qualität von Wikipedia ist an vielen Ecken zu verbessern. Interessant ist sicher auch zu untersuchen, wer sich wo mit welchen Inhalten in der Wikipedia unterbringt.
Verständlich ist auch, dass vielen das Prinzip der Wikipedia suspekt ist - doch warum das zu pseudo-investigativem Journalismus führt, erklärt sich mir nicht.
Der Artikel in der SZ: Im Daunenfederngestöber
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