Da veröffentlicht heute das Bundesinnenministerium, dass sich zu den geplanten Terroranschlägen die islamistische Dschihad-Union im Internet bekannt hat. Brav schreiben alle "Journalisten" das in ihren Artikeln wenig später ab. Nachgefragt hat dort niemand, kritische Nachfrage ist wohl ein Fremdwort.
In letzter Zeit sinkt bei uns der Anteil der Pädagogik-Meldungen und die allgemeine Medienlage bekommt etwas mehr Raum, wir hoffen, dass wir das auch einmal wieder ändern können. Aktuell aber erschüttert uns sowohl in Politik als auch in den Medien die Naivität, mit der man sich dort vor allem den "Technik-Themen" widmet.
Da gibt es also eine Internet-Erklärung einer bis dato ziemlich unbekannten Terroristen-Gruppe. Aber keiner, wirklich keiner hat einen Link, niemand kennt die Webseite - als E-Mail werden die das wohl nicht geschickt haben.
Entweder haben die Journalisten die Adresse und enthalten sie uns vor - oder und das ist wohl wahrscheinlicher, das Innenministerium gibt die Adresse nicht heraus. Warum das so ist - das fragt niemand, alle pinnen brav die Pressemitteilung ab. Glaubt man Spiegel-Online muss das aber auch alles sehr versteckt sein, die obligatorischen Experten entdeckten die Internet-Erklärung heute um 17:00 Uhr.
Wer eigentlich diese Terror-Gruppe sein soll - das fragen wenigstens manche, die Masse lässt auch diese Fragen weg. Schaut man sich in Google um, scheinen sich im Großen und Ganzen nur deutsche Medien mit der Gruppe auseinanderzusetzen. Die Wikipedia-Einträge sind mehr als dürftig, dort wird zudem noch gemunkelt die Organisation sei eine reine Erfindung.
Also insgesamt viele Fragen, die Journalisten doch stellen sollten - statt einfach Pressemitteilungen abzuschreiben. Aber das erklärt auch, dass die Ministerien ihre PR-Apparate in den letzten Jahren massiv ausbauten.
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