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Internet Piraterie und Schlagzeilen

Internet Piraterie und Schlagzeilen

12.12.2004, (MR)

Der SPIEGEL schreibt aktuell in der Online-Rubrik unter der mächtigen Schlagzeile "Behörden sind Tausenden Nutzern auf der Spur". Was zuerst aufhorchen lässt, entpuppt sich beim näheren Lesen als lauwarmer Kaffee, der etwas spät wieder aufgewärmt wird.

Immerhin gibt der Artikel freimütig zu, dass sich die Geschichte Anfang September abspielte. Auch reticon berichtete damals. Ermittlern waren mit Hilfe eines "Hackers" und Mitarbeitern der Zeitschrift c't ein Schlag gegen das Internetangebot ftpwelt gelungen.
Also ersteinmal nichts neues, insbesondere, da c't in einem ausführlichen und spannend zu lesenen Special über den Fall berichtete.

Der SPIEGEL schreibt jetzt, dass es den Fahndern gelungen ist, die Adressdatei "zu knacken" und so nun tausende der Kunden des illegalen Angebots von Verfahren bedroht seien.
Und auch diese Neuigkeit ist keine - die Kundenkartei war schon nach kurzer Zeit frei in Tauschbörsen zugänglich. Offensichtlich wurde einer der Server von ftpwelt kurz zuvor geknackt und die Daten weiterverteilt.

Nun ja, aber es war eine schöne Schlagzeile, auch wenn der Artikel selbst von indirekten Zitaten nur so trieft.
Vielleicht kann man derartige auch als eine Antwort auf den Artikel des SPIEGEL zum Thema "Wikinews" betrachten - auch im SPIEGEL ist nicht immer das große Korrespondentennetzwerk unterwegs, sondern Online-Medien funktionieren auch bei den Profis immer häufiger aus Umschreiben, Wiederauflegen.

Trotzdem bleibt Spiegel-Online eines der am meisten gelesenen Angebote im deutschen Web, wenn wir uns allerdings auch hier öfter einmal etwas mehr Sorgfalt wünschen würden. Gerade das nachträgliche "Anpassen" von Artikeln nach der Veröffentlichung kommt bei vielen Lesern nicht gut an.

Lesen Sie die Meldung selbst im SPIEGEL:
http://www.spiegel.de/netzwelt/politik/0,1518,332457,00.html

 

Informationen zum Artikel

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