Das Deutsche Studentenwerk hat eine Erhebung zur "Internationalisierung des Studiums" vorgestellt. Der Bericht ist kostenlos als PDF-Dokument verfügbar. Problematisch an den Ergebnissen sieht Prof. Dr. Rolf Dobischat, Präsident des Deutschen Studentenwerks u.a., dass die Mobilität deutscher Studierenden abhängig ist von ihrer sozialen Herkunft.
Dass ein "reiches Elternhaus" für mehr Mobilität bei den eigenen Kindern sorgen kann, ist traurig - war aber sicherlich nicht erst seit den Ergebnissen von Pisa zu vermuten. Gerade mit der Einführung von Studiengebühren, wird eine Finanzierung des Studiums und möglicher Auslandsaufenthalte immer aufwändiger zu organisieren.
Schaut man sich die Pressemitteilung des Deutschen Studentenwerks an, wird deutlich, dass hier natürlich auch Politik im Spiel ist und das Studentenwerk solche Studien nicht zum reinen Selbstzweck durchführt, um der Wissenschaft Daten zu liefern. So findet sich direkt im zweiten Punkt "Die Integration ausländischer Studierender muss verbessert werden" der Hinweis auf die eigenen Aktivitäten:
Die Studentenwerke fördern beispielsweise mit einem Wohnheimtutorenprogramm die Integration der rund 65.000 ausländischen Studierenden in den Wohnheimen. (Quelle: PM Deutsches Studentenwerk)
Das soll keine Kritik an der Studie selbst sein - aber es gilt wie immer auch die Interessenslagen der Auftraggeber solcher Studien in die Lektüre miteinzubeziehen.
Mit welch unterschiedlichen Blickwinkeln die Studie gelesen wird, kann man schön an den Medienreaktionen sehen. Die einen haben die Pressemeldung des Studentenwerks genommen und machen mit "Mehr Integration" auf - die anderen haben die Pressemitteilung des BMBFs zur gleichen Studie genommen und dort gibt es einen ganz anderen Fokus. Dort wird aufgemacht mit: "Deutschland ist attraktiv für ausländische Studierende":
"Deutschland hat sich auf dem internationalen Bildungsmarkt als attraktiver Studien- und Forschungsstandort etabliert." (Quelle: BMBF)
Wir empfehlen wie immer die kritische Lektüre aller Quellen
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