Die KMK hat heute voller Stolz den Preis "Intel Lehren Schule 2006" vergeben, zwischen all der Euphorie und Begeisterung mischen sich bei uns allerdings eher Fragen als denn Antworten.
Wir möchten wirklich nicht meckern und immer nur das Haar in der Suppe suche, aber wie eine Institution wie die KMK, die ohne Probleme den Preis für die schlechteste, nicht barrierefreie Webseite gewinnen könnte, einen Preis für "Medienkompetenz" verleihen kann?
Public Private Partnership ist seit Jahren in Mode, aber muss wirklich eine der höchsten deutschen Bildungsinstanzen einen Preis verleihen, der den Firmennamen schon im Titel hat? Jede PC-Ausschreibung wird abgeurteilt, wenn derselbe Name dort auftaucht. Sponsoring ist sicherlich eine interessante Sache, gerade für den immer klammen Staat, aber es ist doch offensichtlich, dass hier deutlich weitergehende Interessen verfolgt werden.
Um auf die Inhalte zu kommen: Die Preisträger-Projekte erscheinen dann auch - vorsichtig gesprochen - dürftig, wenn das wirklich die drei besten Projekte zur "Steigerung der Unterrichtsqualität durch den Einsatz digitaler Medien" in Deutschland sein sollen.
Zugegeben, wir haben nur die Informationen aus der Pressemitteilung und vielleicht ist es nur schlecht kommuniziert worden, einige Zitate:
Das sind einige Auszüge, aber kann das die Spitze sein: Zehnfingerschreiben ist sicher nett - Lernen an Stationen hat mit Medien nur nachrangig etwas zu tun, eine Notebooklasse ist doch kein Wert an sich (es sei denn man ist Notebookhersteller)."So besitzt die Grundschule in Handorf, Niedersachsen, einen modernen Computerraum, der unter anderem dafür genutzt wird, allen Schulkindern der dritten und vierten Klassen das Zehnfinger-Schreibsystem beizubringen. Eine perfekte Vorbereitung für das schnelle Arbeiten am Rechner. Darüber hinaus entstanden eigene Projekte, wie etwa der Lernpfad "Wie frühstückt die Welt"."
[...] In der Realschule im Pamina-Schulzentrum in Herxheim, Rheinland-Pfalz, haben sich seit der Teilnahme am Intel Lehren - Grundkurs viele Lerngruppen wie zum Beispiel Lernen an Stationen als Standard etabliert. Auch wird seit einigen Jahren jeweils eine Notebook-Klasse pro Jahrgangsstufe gebildet. [...]
So entstanden auf Basis digitaler Mindmaps und der Recherche im Internet Leserbriefe.
(Quelle: lehrer-online.de)
Gerade beim Durchforsten von Berichten aus "Notebook-Klassen" kommen wirklich viele Zweifel. Schaut man näher hin, sind die großen Ziele des Laptop-Unterrichts die klassischen alten Ziele der Pädagogik (schülerorientiert, verbindlich ...) und keineswegs an Technik gebunden.""Die drei prämierten Schulen sind richtungsweisend für eine Vielzahl von Bildungseinrichtungen, die sich im Rahmen von 'Intel Lehren' verstärkt für einen Ausbau der Medienkompetenz engagieren", sagte die Direktorin von Intel für Bildung in Europa, Mittlerer Osten und Afrika, Dr. Martina Roth." (Quelle: lehrer-online)
Aber ehe wir in pädagogischen Untiefen versinken:
Schön, dass Intel sich im Bildungsbereich engagiert, immerhin erhalten die Preisträger je 1.000 Euro, kritisch Richtung KMK angemerkt, ob das so der richtige Weg ist.
Weitere Informationen: "Intel Lehren Schule 2006"
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