Bei VW gibt es eine interessante Abmachung auf Initiative des Betriebsrates. Dort werden in der Nacht und am Wochenende keine E-Mails auf dienstliche Blackberries durchgestellt. Diese werden serverseitig zurückgehalten und erst zu "Dienstbeginn" wieder zugestellt. Hintergrund ist die Sorge, dass Mitarbeiter auch in ihrer Freizeit "nicht abschalten können" - Burn Out.
So besteht zwar keine Pflicht, dienstliche Mails in seiner Freizeit bearbeiten zu müssen. Hat man das Diensthandy dabei, werde aber unterschwellig ein Druck aufgebaut und die Mitarbeiter arbeiten Teile der Kommunikation dann doch in ihrer Freizeit ab. Um diesem endgültig einen Riegel vorzuschieben geht man bei Volkswagen jetzt den harten Weg und stellt die Mails in der Zeit von bis erst gar nicht mehr auf die Geräte durch.
Betroffen sind wohl gut 1.000 Mitarbeiter, die über einen dienstlichen Blackberry verfügen und tariflich gebunden sind - der "normale VW-Manager" ist damit vermutlich nicht betroffen.
Die Diskussion ist nicht von der Hand zu weisen. Die Lösung bei Volkswagen zeigt dann aber auch auf, dass auf das Informationsmanagement des einzelnen in diesem Fall nicht gebaut wird, sondern dass hier eine harte technische Lösung bevorzugt wird. Das Thema "dienstliche Dinge in der Freizeit" ist allerdings wirklich nicht von der Hand zu weisen - und die elektronischen Helfer ermöglichen dies einerseits bergen aber andererseits die Gefahr, dass Dienst und Privat immer weniger voneinander zu trennen sind. Hier bedarf es eindeutig klarer Regeln und Übereinkünfte. In vielen Unternehmen wird dieses Thema nicht offensiv angegangen und "irgendwie" unter der Hand geregelt. Ob die Lösung bei Volkswagen jetzt die Blaupause für andere sein sollte, erscheint mir dann doch zweifelhaft.
So wird in vielen Kommentaren auf die Meldung darauf verwiesen, dass ein Blackberry ja auch über einen Aus-Knopf verfüge, zudem gab es die netten Hinweise, wie sich der Blackberry bei der USA-Dienstreise verhält, wenn der deutsche Mailserver sich brav an seine Zeitzone hält.
Unabhängig all der Spitzen, die sich in den Kommentaren zeigen - das Problem der ständigen Erreichbarkeit, des "Allways on" bzw. der eigenen Kontrolle und des bewussten Abschaltens wird sich weiter verstärken und braucht Lösungsstrategien.
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