In den letzten Tagen ist eine heftige Diskussion um eine vom BMBF bei der HIS GmbH beauftragte Studie entbrannt, die die Wirkung von Studiengebühren untersuchte. Der Vorwurf lautete, dass das BMBF die Studie "unter Verschluss" hielte, erste Ergebnisse aber wohl bekannt geworden waren. Die HIS hat heute nun erste Vorabergebnisse veröffentlicht.
Damit sind nun erste Zahlen aus der Studie noch vor dem Bildungsgipfel verfügbar. Laut der Pressemitteilung sind nun aber die Effekte der Studiengebühren geringer, als es die letzten Meldungen in den Medien vermuten ließen.
"Eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in Auftrag gegebene repräsentative HIS-Untersuchung unter den Studienberechtigten des Jahres 2006 belegt, dass abschreckende Effekte von Studiengebühren geringer als vielfach erwartet sind. Der Anteil der Studienberechtigten des Jahrgangs 2006, die aus diesem Grunde derzeit auf ein Studium verzichten, liegt bei 1,4 Prozent, für weitere 3,0 Prozent ist die Aufnahme eines Studiums noch unsicher. [...]
Die HIS-Studie konstatiert eine generelle Verunsicherung, die von der Erhebung von Studiengebühren hinsichtlich der Studienentscheidung auch für die Studienberechtigten in Bundesländern ausgeht, die keine Gebühren eingeführt haben oder planen. Generell reagieren ostdeutsche Studienberechtigte sensibler auf das Thema Studiengebühren als westdeutsche.
Bei den Motiven der Hochschulwahl stehen Studiengebühren aber nicht an erster Stelle: Immerhin 43 % sagen, dass Studiengebühren ein wichtiges Kriterium für sie seien, nur 6 % der Studienanfänger geben als entscheidendes Hochschulwahlmotiv an, an ihrer Hochschule (noch) keine Studiengebühren bezahlen zu müssen." (Quelle: PM HIS)
Ohne das konkrete Zahlenmaterial bleibt einem erstmal nichts anderes übrig, als den Zahlen der HIS zu glauben - auf der anderen Seite kann man natürlich auch davon ausgehen, dass das BMBF diese Vorabmeldung freigegeben hat und es stellt sich die Frage, wenn die Ergebnisse der Studie gar nicht so schlimm sind, warum das nicht direkt gesagt wurde (und ausdrücklich darauf hingewiesen, ich möchte damit nicht unterstellen, dass an den Ergebnissen gedreht wurde, das kann sich die HIS auch schlicht nicht leisten). Es bleibt auf jeden Fall eine unglückliche Kommunikation, die sich in den letzten Tagen durch die "Vorableaks" ziemlich hochgeschaukelt hat.
Die ganze Pressemitteilung erhalten Sie hier: Wirkung von Studiengebühren – erste offizielle Vorabergebnisse
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