Das umfangreiche und seit langem umstrittene Reformpaket sieht zudem schärfere Sanktionen gegen notorische Schulstörer und die Verpflichtung zum Deutschlernen für ausländische Kinder vor. Die Opposition spricht von «Hau-Drauf-Pädagogik».
Kultusminister Siegfried Schneider (CSU) verteidigte das neue Nutzungsverbot für Handys. Die Möglichkeiten, Gewalt- und Pornodarstellungen per Mobiltelefon zu übermitteln, stiegen von Monat zu Monat, sagte er und verwies auf Fälle, in denen Kinder einen Mitschüler traktieren, die Grausamkeiten aufnehmen und den Film dann weitergeben. «In der Schule hat so etwas nichts zu suchen», sagte Schneider. Es gebe keinen Grund, warum Kinder im Unterricht oder der Pause telefonieren sollten.
SPD und Grüne halten eine zentrale Regelung dagegen für überflüssig und wollen Schulen und Eltern die Entscheidung überlassen. «Sie regeln jeden Käse von oben und lassen den Schulen keine Luft mehr», warf der SPD-Bildungsexperte Hans-Ulrich Pfaffmann dem Kultusminister vor.
Scharf kritisierte die Opposition auch die Möglichkeit, notorische Rowdys vorzeitig aus der Schule werfen zu können. Statt die Kinder fallen zu lassen, sei ein umfassendes Konzept zur Gewaltprävention nötig, sagte die Grünen-Abgeordnete Simone Tolle. Pfaffmann drohte erneut mit einer Verfassungsklage gegen die Vorschrift. Jedes Kind habe ein Anrecht auf Bildung.
(Quelle: AA)
Informationen zum Artikel