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Grimme und die Sache mit dem Internet

Grimme und die Sache mit dem Internet

19.06.2007, (MR)

Da wollte das Grimme-Institut auch der schönen neuen Internetwelt seinen Stempel aufdrücken und so wird der Grimme-Online-Award 2007 zum nun siebten Mal verliehen. Aber im verflixten siebten Jahr scheint nicht allzuviel mit dem "Ding Internet" zu klappen.

Hier reiht sich eine Ungereimtheit an die nächste kritische Frage - und gestern endete es stilgerecht mit dem letzten Flop, der vorzeitigen Veröffentlichung der Preisträger.

Der Online-Award hatte sich zuletzt immer mehr auch den Blogs geöffnet, durfte nun aber an eigener Haut erfahren wie es ist, wenn man durch "Klein-Bloggersdorf" getrieben wird. In den Blogs (gerade bei F!XMBR und an der Blogbar) wird seit einiger Zeit das Grimme-Institut "kritisch-konstruktiv" begleitet. Schaut man in die Jury bei Grimme und die Nominierungskommission sieht man aber deutlich, dass hier die klassischen Medien vertreten sind.

Das ganze fing in diesem Jahr mit der Nach-Nominierung des "Elektrischen Reporters" von Mario Sixtus an - dieser saß zur Zeit der Nominierung oder bis kurz davor in der Jury, trat darauf aus der Jury zurück - aber das ganze hatte ein "Geschmäckle". Die Reaktion auf die Kritik z.B. von F!XMBR war auch nicht sonderlich glücklich. Parallel dazu wurde mit hausgemacht.tv ein Webangebot nachnominiert, das eigentlich so richtig noch gar nicht gestartet war. Die "Krisenkommunikation" war auch nicht sonderlich glücklich - auf der einen Seite sei doch alles mit Rechten Dingen zugegangen - auf der anderen Seite wolle man aber durchaus die Statuten für das nächste Jahr verändern.
Dabei wäre es doch so einfach - wer in der Jury sitzt, dessen Angebote können nicht prämiert werden. Wenn ich den Preis selbst will, muss ich halt dankend ablehnen, wenn man freundlich fragt, ob man denn in die Jury wolle.

Der letzte Lapsus war dann die Veröffentlichung der Preisträger zwei Tage vor dem eigentlichen Termin - dabei lief zu diesem Zeitpunkt wohl noch die Abstimmung der Zuschauer (bzw. war offiziell vielleicht doch beendet, da als Endtermin der 18. Juni ohne Uhrzeit angegeben war - und gemeint war 18:00 Uhr - na dann).

Stefan Niggemeier, der ausgezeichnet wurde, überlegt (ob ernst gemeint sei dahingestellt), ob er den Preis überhaupt annehmen soll. Viele Blogs - aber nicht nur nur die - fragen sich inzwischen, warum bei einem "Internetpreis" so viel schiefgegangen ist.
Wir werden sehen, ob sich der Grimme Online Award davon erholt - aber was jetzt noch die Emotionen hochkochen lässt, ist in einem Jahr vielleicht schon alles vergessen, die Medienwelt ist schnelllebig, das Internet allemal.

Einzig die Tagesschau bringt in den 20:15 Uhr Nachrichten einen 20 Sekunder darüber, dass die eigene Chefredaktion mit dem Tagesschau-Blog ausgezeichnet wurde - kein Wort mehr.
Das Grimme Institut wird das Projekt "Wir drücken dem Internet den Stempel auf" wohl erst einmal vertagen.

Einige Links zum Thema

Nach den Blogs bewegen sich nun auch die "klassischen Medien" zum Thema:

 

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