Letzte Woche hat Google in einer von vielen vorausgesehenen Aktion "Linkkäufer" abgestraft. Weltweit wurden Webseiten in ihrem Pagerank heruntergestuft, die sich mit dem Handeln von Verlinkungen hervorgetan hatten.
Eine kurze Einführung in die Thematik:
Googles Erfolg basiert nicht zuletzt auf Algorithmen, mit denen eine relevante Webseite von einer weniger relevanten unterschieden wird. Relevante Seiten kommen bei der Suche ganz nach vorne - ganz im Sinne des Suchenden. Ein wichtiges Kriterium mit dem Google die "Relevanz" von Webseiten bestimmt, sind Verlinkungen: Wer verlinkt auf wen, mit welchem Suchbegriff, wie oft - anhand dieser Fragen baut Google eine Art Netzwerk auf. Die Relevanz und also Wichtigkeit einer Webseite aus der Sicht Googles ergibt sich aus dem Pagerank, die höchste Note ist hier eine 10 - je höher desto bedeutender. Der Pagerank wird dabei auch über Links vererbt - Ziel vieler Webmaster ist es, möglichst viele Links von Webseiten mit hohem Pagerank zu bekommen.
Schon seit längerem gibt es immer wieder Versuche, Webseiten möglichst schnell möglichst hoch im Google Index zu positionieren und einen hohen Pagerank zu erhalten. Vielfach wurde versucht, den Pagerank künstlich zu pushen und so haben sich ganze Geschäftmodelle diesem Modell verschrieben - sie verkaufen Verlinkungen und versuchen Linknetzwerke aufzubauen. Und so finden sich auf Webseiten Verlinkungen, die z.B. Text oder am unteren Ende der Webseite angebracht sind und deren einziger Zweck es ist, den Pagerank zu vererben. Sie sind in diesem Sinne nicht als Werbung für Google erkennbar (klassischerweise werden sie z.B. nicht über einen Adserver ausgeliefert) und kommen wie redaktionelle Inhalte (aus technischer Sicht) daher.
Google hat schon immer darauf hingewiesen, dass sie diese Praxis nicht sehr schätzen, hat aber kaum jemanden deshalb bestraft. Nun haben einige Webseiten einen ordentlichen Schuss vor den Bug bekommen - unter den Betroffenen sind einige Große (zeit.de, golem.de, telepolis, chip.de etcpp.).
Während die einen schnell reagieren und die Praxis einstellen, jammern die anderen unverständlicherweise über Google und seine Macht.
Dabei bleibt schlicht festzuhalten, dass die Praxis des Linkverkaufs ja nur eingeführt wurde, um den Google-Index zu beeinflussen. Im Sinne des Nutzers war der Schritt längst überfällig, viele Suchergebnisse waren kaum noch zu gebrauchen, da der Index schlicht überschwemmt wurde.
Gleichzeitig haben wir auch die Hoffnung, dass sich die Geschäfte mit bezahlten Blogartikeln, die auch auf bezahlten Links basierten, endlich dem Ende nähern.
Von daher aus unserer Sicht:
Der Schritt von Google war längst überfällig und sollte in Zukunft konsequenter durchgezogen werden. Das hat nichts mit unbotmäßigem Gebrauch von Marktmacht zu tun. Google kann für seinen Dienst die Regeln setzen, unter denen das Spiel gespielt wird. Diese sollten dann nur für alle gleich sein.
Weitere Informationen:
Google geht gegen Link-Handel vor bei heise.de
Google sorgt für Wirbel im Netz bei golem
Deutsche Online-Medien abgestraft bei Focus
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