Es ist Wochenende und manchmal fragen wir uns, was Google eigentlich für Anzeigen auf reticon spült. Ab und an stehen wir kurz davor die Anzeigen abzuschalten, manchmal schauen wir aber auch, wer dort eigentlich Aktionen macht. Ein aktuelles Fundstück ist eine Aktion zur "Beendigung des Massakers an der Kindheit".
Klingt nach hehren Zielen und Weltrevolution: Gemeint ist allerdings schlicht: "Stoppt endlich Bravo!"
Ja genau - "Wie jetzt? 1. April?" haben wir uns gefragt, doch das sieht sehr ernsthaft aus.
"Die Deutsche Vereinigung für eine Christliche Kultur" ruft zu einem Appell gegen Bravo auf und organisiert eine Unterschriftenkampagne mit der Frau von der Leyen, der Bundespräsident und natürlich die Bundeskanzlerin erreicht werden sollen.
Was diese genau tun sollen - das wird nicht ganz klar. Zwar heißt die Kampagne "Stoppt endlich Bravo", aber ob diese nun "entschärft", verboten oder sonst etwas werden soll, auf eine derartige Empfehlung wird verzichtet. Vieldeutig heißt es "Deshalb bitte ich Sie, mit Ihrer Kompetenz das Möglichste zu veranlassen, damit diesem wahren Massaker an der Kindheit Einhalt geboten wird."
Na klar, viel eindeutiger sind die Gründe die angeführt werden. Aufhänger ist eine Pressemitteilung des Bravo herausgebenden Verlags aus dem Jahr 1999: Kinder ab sechs Jahren lesen die Bravo.
Natürlich ist auch uns klar, warum die Bravo sich verkauft und wir wollen an dieser Stelle mit Sicherheit nicht die Bravo als politisches Bildungsmagazin loben - aber eine Unterschriftenkampagne beim Bundespräsidenten? Die Bravo als "Feind Nr.1" im Kampf gegen die Unmoral? Da haben wir dann doch unsere Zweifel.
Ansonsten gibt es ja durchaus Einrichtungen, die sich um den Jugenschutz in Medien kümmern. Bis hin zum Indizierungsverfahren kann man dort vieles anstoßen.
Gleichzeitig stellt sich uns auf reticon natürlich die Frage nach dem Sinn der Google-Werbung, die wir einsetzen. Dies basiert nicht zuletzt darauf, dass wir "vertretbare Werbung" eingeblendet bekommen.
Aber wir sind ja nicht ohne Humor ausgestattet und deshalb ertragen wir viel mit einem Schmunzeln und wünschen unseren Leserinnen und Lesern ein angenehmes Wochenende.
Wenn Sie selbst einen Blick werfen wollen:
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