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Geistig fit bis ins hohe Alter

05.07.2007, (MR)

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Gehirn&Geist (7-8/2007) setzt sich ein Artikel mit der geistigen Leistungsfähigkeit im Alter auseinander. Das Thema hat sich inzwischen zu einem echten Markt entwickelt, "Aging" ist das Buzzword.

Nachfolgend ein Auszug des Artikels, mit freundlicher Genehmigung des Spektrum-Verlags:

"Das Nachlassen der geistigen Leistungsfähigkeit im Alter fürch­ten die meisten Menschen mehr als graue Haare oder Falten. Vitamine, Hormone oder auch körperliche und geistige Betäti­gung sollen dem mentalen Abbau entgegenwirken. Doch welche "Anti-Aging"-Methode hält, was sie verspricht?

Dem spannenden Thema "Anti-Aging" widmet sich die Titelgeschichte der aktuellen Ausgabe von Gehirn&Geist (7-8/2007). Namhafte Forscher erklären, was im Gehirn passiert, wenn unsere grauen Zellen altern und wie wir dem geistigen Abbau vorbeugen können.

Wie Isabella Heuser, Direktorin der Klinik für Psychiatrie und Psy­chotherapie an der Charité Berlin schreibt, gelten beispielsweise Hormone als regelrechte "Anti-Aging"-Wunderwaffen. Tatsächlich konnten Wissenschaftler nachweisen, dass die Konzentration der meisten Hormone im Körper mit zunehmenden Alter zurückgeht – mit einer Ausnahme: Cortisol. Wie Heuser und ihre Kollegen ent­deckten, wird dieses Stresshormon im Alter vermehrt produziert – mit fatalen Konsequenzen: Cortisol ist mitverantwortlich für vermehrten Knochenabbau und schlechtere Gedächtnisleistungen.

Zwar lässt sich das altersbedingte Hormonprofil mit der Gabe syn­thetischer Wirkstoffe korrigieren – die bei älteren Frauen eingesetzte Hormonersatztherapie zielt genau darauf. Doch Heuser warnt aus­drücklich vor den Nebenwirkungen: Künstliche Hormongaben wer­den meist mit einem erhöhtem Krebsrisiko erkauft.

Ähnlich zweischneidig erscheint die Wirkung bestimmter Nahrungs­ergänzungsmittel – so genannter "Smart Drugs" –, die dem alternden Denkorgan auf die Sprünge helfen können. So beeinflussen manche dieser Stoffe die Aktivität bestimmter Gene im Gehirn und damit auch die der Nervenzellen. Die Genregulation des Nerven­systems gilt jedoch noch immer als weit gehend unbekanntes Terrain – Nebenwirkungen stellen damit auch hier ein unkalkulier­bares Risiko dar.

Isabella Heuser rät daher zu verträglicheren Mitteln: Vitamine zum Beispiel. So beugen vor allem die Vitamine C und E oxidativem
Stress durch freie Sauerstoffradikale vor und schützen damit die Körperzellen. Und neben gesunder Ernährung hilft vor allem ein alt­bewährtes Rezept gegen schnelles Altern: körperliche Bewegung und abwechslungsreiche geistige Tätigkeit.

Das empfiehlt auch Christian Behl von der Universität Mainz, ein ausgewiesener Experte der Altersforschung. Er sieht den Schlüssel zum Verständnis von Alterungsprozessen in den Zellen: Neurone sind – wie fast alle Körperzellen – nur begrenzt teilungsfähig. Der Grund hierfür liegt in den Enden der Chromosomen, den Telomeren, von denen bei jeder Zellteilung ein kleines Stückchen verloren geht. Nach einer gewissen Anzahl von Teilungen ist schlicht nicht mehr genügend Substanz für weitere Teilungen vorhanden, und die Zelle stirbt ab.

Die Hoffnung, den Alterungsprozess mit dem Enzym Telomerase aufzuhalten, das die gekürzten Endstücke wieder verlängert, hat sich allerdings nicht erfüllt: Auch diese Maßnahme kann Krebs aus­lösen.

In eigenen Forschungen konnte Behl zeigen, dass das im Gehirn von Alzheimer-Patienten auftretende Amyloid-Protein verstärkt Sauer-toffradikale freisetzt. Diese hochreaktiven Substanzen greifen etliche Moleküle an und zerstören damit die Nervenzellen. Antioxidative Substanzen – wie Vitamin C und E – könnten daher nicht nur unsere grauen Zellen geistig fit halten, sondern vielleicht auch vor der gefürchteten Demenz schützen." (Quelle: Gehirn&Geist, 7-8/2007)

Weitere Informationen unter: www.gehirn-und-geist.de

 

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