In ihrer aktuellen Ausgabe 04/2008 geht die Zeitschrift Gehirn&Geist in einem Artikel auf die Fehleranalyse des menschlichen Gehirns ein. Autor des Artikels ist Markus Ullsperger (Max Planck Institut für neurologische Forschung, Köln).
Nachfolgend ein Auszug des Artikels - mit freundlicher Genehmigung des Spektrum-Verlags:
"Ein Kontrollzentrum im Gehirn registriert Handlungsfehler –
doch ob wir daraus klug werden, hängt auch von unseren Genen ab.
Unser Denkorgan verfügt über ein zentrales Überwachungssystem das
Handlungsfehler erkennt und schnelle Korrekturen einleitet. Das
beschreibt der Mediziner Markus Ullsperger vom Max-Planck-Institut für
neurologische Forschung in Köln in der neuesten Ausgabe von
Gehirn&Geist (4/2008). Mit
bildgebenden Verfahren konnten die Kölner Hirnforscher dieses
Kontrollzentrum lokalisieren: Es sitzt im frontomedianen Cortex (pFMC)
im mittleren Bereich der beiden Stirnlappen. Jeder Lapsus wie
beispielsweise ein Tippfehler macht sich hier durch eine rasche
Potenzialabsenkung im EEG als so genannte Fehlernegativität oder
Error-Related Negativity (ERN) bemerkbar.
Wie die Arbeitsgruppe von Ullsperger im vergangen Jahr herausfand, ist
die Fähigkeit aus Fehlern zu lernen zum Teil sogar genetisch bedingt:
Im menschlichen Erbgut sitzt ein Gen, das in den Nervenzellmembranen
die Dichte eines Moleküls bestimmt, das den Neurotransmitter Dopamin
bindet. Etwa jeder Dritte Mitteleuropäer trägt wiederum eine Variante,
die zu einer geringeren Menge dieses Dopamin-Rezeptors in den Neuronen
führt. Diese Personen, so zeigten die Experimente der Forscher, ziehen
aus schlechten Erfahrungen weniger deutliche Konsequenzen als der Rest
der Bevölkerung.
Ullsperger vermutet, dass Dopamin eine zentrale Rolle bei der
Verarbeitung von Handlungsfehlern spielt. Es sorgt vor allem dafür,
dass wir durch Erfolgserlebnisse belohnt werden. Misserfolge
veranlassen uns dagegen, das entsprechende Verhalten in Zukunft zu
vermeiden." (Quelle: Gehirn&Geist, 04/2008)
Weitere Informationen unter www.gehirn-und-geist.de
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