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Gehirn&Geist: Generation Handy

20.05.2008, (MR)

Die Juni-Ausgabe der Zeitschrift Gehirn&Geist (6/2008) ist soeben erschienen. In einem Artikel geht es um die Generation Handy: 94 Prozent der 12-19 Jährigen besitzen demnach ein Handy. Die dauernde Erreichbarkeit (mit der natürlich auch die Erwartung auf Erreichbarkeit einhergeht) verändert "die Jugend".

Nachfolgend ein Auszug des Artikels - mit freundlicher Genehmigung des Spektrum-Verlags:

"Mobiltelefone sind aus dem Leben von Jugendlichen kaum mehr wegzudenken – und wirken neuesten Studien von Psychologen zufolge durchaus positiv auf den Umgang der Kids mit ihren Eltern.

Experten verkünden die »Handy-Vollversorgung«: Letztes Jahr besaßen in Deutschland 94 Prozent aller 12- bis 19-Jährigen ein Mobiltelefon. Telefonieren ist dabei zwar noch immer die wichtigste, aber schon lange nicht mehr die einzige Funktion, die die Jugendlichen an ihren Mini-Computern schätzen und zu nutzen wissen. Welche Auswirkungen dies auf das Leben und die Entwicklung von Heranwachsenden hat und wie die dauernde Erreichbarkeit das Verhältnis von Eltern und Kindern beeinflusst, darüber berichtet die aktuelle Ausgabe von Gehirn&Geist (6/2008).
 
Ob Statussymbol, handlicher Beziehungsmanager oder Organisationshilfe für den immer komplexer werdenden Alltag – auf ein Handy kann ein junger Mensch heutzutage kaum verzichten. Wer trotzdem keines hat, wird schnell als Außenseiter abgestempelt. Die »virtuelle Nabelschnur« verändert gleichzeitig die Beziehung zu den Eltern zum Positiven: Wie eine britische Studie zeigte, beruhigt die telefonische Erreichbarkeit die Erziehungsberechtigten, die daraufhin ihren Teens mehr Freiraum gewähren. Die Kehrseite der Medallie: Ist der Akku mal leer und die Tochter nicht zu erreichen, gerät die Mutter schnell in Sorge.

Dass die ständige Vernetzung der Teenager untereinander geradezu als Stimmungsaufheller wirken kann, darauf deuten die Ergebnisse einer umfangreichen norwegischen Studie aus dem Jahr 2005 hin. Allein die Möglichkeit, die beste Freundin oder die Eltern immer anfunken zu können, hilft anscheinend gebeutelten Pubertierenden gegen Anfälle von Unsicherheit und Einsamkeit.

Zu den negativen Einflüssen der Handy-Kultur gehören hingegen Videos von Schlägereien, wie sie zuletzt auch wiederholt in den Medien thematisiert wurden. Experten sind sich einig, dass Eltern und Lehrer Jugendliche beim konstruktiven Umgang mit dem Handy unterstützen müssen. An unpassenden Orten nicht zu laut zu telefonieren, ist aber auch für so manchen erwachsenen Handynutzer nicht selbstverständlich." (Quelle: Gehirn&Geist, 6/2008)

Weitere Informationen unter:
www.gehirn-und-geist.de

 

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