In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Gehirn&Geist (12/2006) setzt sich ein Artikel mit dem Thema Spielsucht auseinander. Im Zentrum stehen Online und Fernseh-Angebote, die das Spielen von zu Hause aus ermöglichen.
Nachfolgender Artikel ist ein Auszug aus der aktuellen Gehirn&Geist, mit freundlicher Genehmigung des Spektrum-Verlags:
"Glückspiel und Wetten machen abhängig, sagen Hirnforscher. Das wachsende Online- und TV-Angebot zum "Zocken von zu Hause" birgt daher ein unkalkulierbares Suchtrisiko.
"Wird von zu Hause aus gezockt, fällt die soziale Kontrolle weg", erklärt Tobias Hayer in der Zeitschrift Gehirn&Geist (Heft 12/06). Und genau darin sieht der Bremer Suchtexperte die Gefahr der aktuell
zunehmenden Online-Wett- und Glücksspielbörsen: Den dem Zocken sind dort kaum mehr Grenzen gesetzt. "Daddeln im Schlafanzug" - interaktive Medien machen's möglich. Und Forscher schlagen Alarm.
Ein Team Hamburger Neuropsychologen um Christan Büchel vom Universitätsklinikum Eppendorf fand heraus, dass die Suchtgefahr beim Glücksspiel mit der von Heroin vergleichbar ist. Beide gründen im so genannten Belohnungssystem des Gehirns, das uns normalerweise zu "lebenserhaltendem" Tun wie Essen oder Sex anspornt, indem es Glückshormonen ausschüttet. Bei Süchtigen knüpfen sich die positiven Gefühle an die jeweiligen Droge - und das Belohnungssystem stumpft quasi ab: Immer öfter und immer mehr muss der Spieler dann einsetzen, um den "Kick" zu bekommen.
Dieser Prozess der Neuroadaption - der fatale Teufelskreis der Abhängigkeit - tritt besonders in den Momenten zu Tage, wenn etwa die Kugel beim virtuellen Roulette fällt oder die Pokerkarten aufgedeckt
werden. In deren Frequenz entdeckten Büchel und Kollegen einen entscheidenden Suchtfaktor.
Der Fachverband Spielsucht beziffert die Zahl der Betroffenen in Deutschland heute bereits auf rund 400.000. Das zunehmende Glückspiel im Internet dürfte diese Zahl in den kommenden Jahren noch wachsen lassen." (Quelle: Gehirn&Geist, 12/2006)
Weitere Informationen unter www.gehirn-und-geist.de
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