Sowohl in der Online- als auch der Printausgabe der ZEIT findet sich
ein interessantes Special zum Thema Hirnforschung und Glaube. Neben
einem ausführlichen Basisartikel von Ulrich Schnabel finden sich dort
auch zwei Interviews, die er mit Wolf Singer (Direktor
Max-Planck-Institut für Hirnforschung) und dem Berliner Bischof
und Ratsvorsitzenden der evangelischen Kirche Wolfgang Huber führte.
Sowohl Singer als auch Huber beziehen eine differenzierte und spannende Position. Sie markieren quasi die beiden Seiten des Themas: Die Hirnforschung auf der einen Seite und der Vertreter des Glaubens auf der anderen. Interessant und spannend, da beide keine Absolutheitsansprüche haben und auf die Position "der anderen" eingehen. Und so sind sie bei genauem Hinschauen gar nicht so weit voneinander entfernt.
Nachhaltig bleibt das Statement von Wolf Singer auf die letzte Frage des Interviews:
"Und woran glauben Sie selbst?
Eine schwierige Frage. Ich glaube, es kommt keiner von uns ohne Metaphysik aus. Ich glaube, dass jenseits unserer begrenzten Vernunft existiert, sozusagen etwas vor und hinter unserer rational erfassbaren Welt. Ich glaube, man sollte es nicht benennen wollen." (Wolf Singer, Die ZEIT Nr20, 12. Mai 2005).
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