Im VS Verlag ist ein Buch der Kommunikationswissenschaftlerin Stephanie Lücke erschienen, das sich unter dem Titel "Ernährung im Fernsehen" mit dem Einfluss von Fernsehen auf die Zuschauer auseinandersetzt unter dem Blickwinkel "Essen". Das Thema Ernährung rückt dieser Tage immer mehr in den Fokus.
Auf der einen Seite entwirft die Politik Kampagnen, um junge Menschen zu gesunder Ernährung zu bringen und "Fettleibigkeit" vorzubeugen. "Die Politik" ist natürlich nur mäßig an der Gesundheit der Menschen interessiert - vielmehr stehen dort auch die Kosten gerade im Gesundheitsbereich im Vordergrund, die durch chronische Krankheiten der "dicken Deutschen" im Gesundheitssystem entstehen.
Fernsehen spielt in diesem Zusammenhang sicher auch eine Rolle - vielleicht auch mit Vorbildfunktion. Das Bild hier ist sicher auch zweigeteilt, auf der einen Seite jede Menge Kochsendungen und dazwischen immer wieder die Boulevardmagazine, die begeistert Menschen filmen, die sich an 2 Kilogramm Schnitzel versuchen, oder den XXL-Döner verspeisen.
Da kommt das Buch "Ernährung im Fernsehen" gerade recht:
"Der kommunikationswissenschaftliche Kultivierungsansatz geht von einem unterschwelligen und langfristig wirksamen Einfluss des Fernsehens auf die Wahrnehmung der sozialen Realität und die daraus resultierenden Einstellungen und Verhaltensweisen von Fernsehzuschauern aus. Lässt sich ein solcher Zusammenhang auch zwischen der Fernsehnutzung und der Alltagstätigkeit Essen und Trinken empirisch belegen?" (Quelle: VS-Verlag)
Gleichzeitig gibt es ein interessantes Interview mit der Autorin Stephanie Lücke bei Planet Interview: "Porree ist der Klassiker":
"Lücke: Zunächst ist es ja interessant, dass im Fernsehen weder das reale Ernährungsverhalten abgebildet wird noch die Empfehlungen der DGE, sondern ein Bild, das es so gar nicht gibt.
Ich glaube, wenn man feststellen kann, dass das Fernsehen bestimme Verhaltensweisen beeinflusst, dann gibt es auch die Möglichkeit für Aufklärungsinstitutionen, ihre Botschaften unterzubringen und somit positiven Einfluss auszuüben. Lange Zeit wurde das in Deutschland nicht erkannt, während Pharmaunternehmen und große Lebensmittelkonzerne ihre Botschaften ständig mit großer Wirkung über das Fernsehen transportieren. Die, die eigentlich positive Botschaften hätten, nutzen das Fernsehen nicht, obwohl es ein Medium ist, das Millionen von Haushalte erreicht." (Quelle: Planet Interview)
Das Buch "Ernährung im Fernsehen" (Stephanie Lücke) ist im VS-Verlag erschienen und kostet 39,90 Euro.
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