Für viele ist es die Technologie-Meldung des Tages. Ebay übernimmt für einen Preis von gut 4 Milliarden Dollar den Internet-Telefon-Dienst Skype. Ebay bekannt als Auktionsplattform orientiert sich seit einiger Zeit auch in anderen Märkten, wie z.B. durch den Zukauf von Paypal. Mit Skype wird jetzt einer der größten Internet-Telefonie-Dienstleister übernommen.
In den Agenturmeldungen wird allerdings schon an vielen Stellen kritisch nachgefragt, ob der Kauf denn so glücklich ist und der Preis nicht doch etwas zu hoch.
Skype hat zwar mehr als 50 Millionen Nutzer, verdient an diesen jedoch kaum Geld. Mit Skype ist es ähnlich zu Beginn der Tauschbörsenzeit. Die Basis-Software wird umsonst verteilt, funktioniert auch soweit umsonst. Verdient werden soll dann mit Zusatzdiensten. Bei Skype sind dies momentan Funktionen wie Skype-Out (d.h. Nicht-Skype-Nutzer anzurufen, z.B. einen Festnetzanschluss), eine eigene Telefon-Nummer die jedermann anrufen kann, die aber Skype auf dem PC klingeln lässt, einen Netzanrufbeantworter etc.
Daneben hat Skype aber auch schon von Beginn an damit zu kämpfen, dass das Skype-Netz ein recht abgeschottetes Netz ist. Andere Anbieter von VOIP (Voice over IP = Internet-Telefonie) können nicht mit Skype-Nutzern kommunizieren und umgekehrt.
Zudem drängen immer mehr Firmen in diesen Wachstumsmarkt. Zuletzt kam Suchmaschinenplatzhirsch Google mit Google-Talk hinein. Deren erste Version ist zwar noch nicht der große Wurf und fällt hinter Skype um einiges zurück, ist aber wie immer bei Google-Erstwürfen auch noch im Beta-Stadium.
Ob vor diesem Hintergrund 4 Milliarden Dollar ein Schnäppchen sind, bleibt abzuwarten - Ebay scheint jedenfalls die Kriegskasse gut gefüllt zu haben. Der Aktienkurs von Ebay sackte wie Spiegel-Online berichtet erst einmal etwas nach unten.
Interessant ist auf jeden Fall die Entwicklungsgeschichte von Skype. Die Entwickler kommen aus der "Tauschbörsen-Szene" und hatte ursprünglich einmal die Software "KaZaA" entwickelt.
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