Seit Anfang August gibt es große Diskussionen im E-Learning Bereich. Ausgelöst wurden diese durch ein US-Patent der Firma Blackboard. Damit hat sich Blackboard quasi viele Funktionen eines LMS (Learning Management Systems) schützen lassen.
Der Aufruhr ist deshalb so groß, da es sich bei den geschützten Verfahren anscheinend häufig um triviale Verfahren handelt. Befürchtet wird, dass Blackboard auf diesem Weg den Markt (noch mehr) dominieren will.
Zuletzt machte Blackboard Schlagzeilen durch die Übernahme von WebCT. Mit dem in den USA jetzt zugeteilten Patent kommen evtl. auch Open-Source E-Learning Systeme in kritische Bereiche.
Das Patent gilt nur in den USA - Europa ist davon erst einmal nicht betroffen, trotzdem hat die Diskussion natürlich auch hier hohe Wellen geschlagen, sind nicht zuletzt Systeme wie Moodle und Sakai evtl. betroffen.
Im Web organisiert sich jetzt die "Gegenbewegung", die die Auswirkungen des Patents zurückdrängen möchten.
Dazu gehört an allererster Stelle ersteinmal zu verstehen, was Blackboard da genau geschützt hat (das ist das schöne an Patentschriften).
Gleichzeitig analysieren viele E-Learning Spezialisten die einzelnen Ansprüche (claims) und versuchen teilweise schon nachzuweisen, dass hier Verfahren patentiert wurden, die es schon länger gibt (prior art).
Wir sind keine Juristen von daher können (und wollen) wir auch keine juristische Einschätzung geben. Die Auswirkungen eines derartigen Patents könnten allerdings wirklich massiv sein.
Wir haben Ihnen einige weitere Informationen zusammengestellt.
Weitere Informationen
- Netzpolitik: Aufruhr im E-Learning Sektor
- Das eigentliche Patent
- O'Reilly: Blackboard E-Learning Patent
- Information Technology in Higher Education
- Michael Feldstein (quasi ein Tagebuch der letzten Tage)
- Stephen's Web (Sammlung von Statements)
- Pressemitteilung von Blackboard
- Boykottseite gegen Blackboard
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