Spektrum der Wissenschaft weist auf ein in den Medien wenig beachtetes
Thema hin: Im Irak geht der Verkauf und damit die Zerstörung einer
Kultur weiter. Er erreicht inzwischen industrielle Ausmaße.
Nachfolgend die Pressemitteilung mit freundlicher Genehmigung des Spektrum-Verlags:
Als im April 2003 die Bilder der Verwüstung des
Nationalmuseums in Bagdad um die Welt gingen, war die Öffentlichkeit
schockiert. Die Besatzungsmächte hatten tagelang Plünderungen und Brandschatzungen
zugelassen – von den „schlimmsten Zerstörungen seit dem Mongolensturm“ und der
„systematischen Zerstörung der Kultur des Irak“ war die Rede.
Danach wurde es in den Medien relativ still um den Untergang des kulturellen Erbes – die prekäre Sicherheitslage im Land beherrscht heute die Schlagzeilen. Der Raub des irakischen Kulturguts dauert aber, vorangetrieben vom internationalen Antikenmarkt, ungemindert an.
Der Altorientalist Walter Sommerfeld, der seit einem Viertel Jahrhundert Mesopotamien bereist, zeichnet in Spektrum der Wissenschaft 3/2005 ein dramatisches Bild der Entwicklungen in den letzten zwei Jahren.Inzwischen hat die Plünderung des Weltkulturerbes geradezu industriellen Maßstab angenommen. Im Süden des Landes wird eine große sumerische oder babylonische Stadt nach der anderen in kurzer Zeit völlig umgepflügt, dutzende sind schon nahezu vollständig von der Oberfläche verschwunden. Altorientalische Antiquitäten, die das Sammlerherz erfreuen, sind durch das große Angebot so preiswert geworden, dass sie für fast jedermann erschwinglich sind.
Deutschland ist in diese Vernichtung der
Vergangenheit eingebunden, da hier der Handel mit irakischem Kulturgut völlig
legal ist, sofern der Diebstahl nicht eindeutig nachgewiesen werden kann. Mit
anderen Worten: Die deutsche Rechtslage unterstützt den Fortgang der
Vernichtung der frühen Hochkulturen im Irak.
Weitere Informationen auch unter:
www.spektrum-verlag.de
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