Spektrum der Wissenschaft stellt im November in einer Sonderausgabe die "neuen Welträthsel" vor - in Anlehnung an Emil du Bois-Reymonds Rede "Über die Grenzen des Naturerkennens" (1872).
Aus der Ankündigung:
"Es war im Jahr 1872, dass der Physiologe Emil Du Bois-Reymond in Leipzig seine berühmte Rede „Über die Grenzen des Naturerkennens“ hielt, 1880 gefolgt von einem ebenso Aufsehen erregenden Vortrag in Berlin über „Die sieben Welträthsel“. Von diesem Beispiel hat sich „Spektrum der Wissenschaft“ zu einer zum 30jährigen Jubiläum inspirieren lassen. Es geht um einen Blick in die Zukunft der Wissenschaft, auf der Suche nach den „neuen Welträthseln“, welche die Forscher in den kommenden Jahren und Jahrzehnten im Bann halten werden.
Natürlich sieht die Forschung diese Probleme heute etwas anders. „Groß“ sind sie immerhin alle noch, selbst 136 Jahre später. Aber mit Prognosen, was davon unlösbar sei, lag nicht nur der Berliner Physiologe manchmal falsch. Aber irrtümliche Grenzen wurden immer wieder gezogen, besonders grotesk vielleicht im Fall des angehenden Physikers Max Planck. Im vergangenen Frühjahr, zur Feier seines 150. Geburtstags, hat man daran erinnert, dass – ebenfalls 1872 – dem jungen Max Planck von kompetenter Seite geraten wurde, besser nicht Physik zu studieren. Die sei doch im Wesentlichen abgeschlossen. Es kam ganz anders. Planck löste ungewollt eine Revolution aus – die Quantenphysik, deren Entwicklung gerade in eine neue technisch-praktische Phase tritt.
Leben wir heute, ein Jahrhundert später, vielleicht wieder in einer Umbruchphase der Forschung? Man muss ja nicht immer gleich von Umstürzen reden. Gute Wissenschaft liegt vor, fand einmal ein prominenter Forscher, wenn jede gelöste Frage zugleich ein Dutzend neuer Probleme hervorbringt. Wenn dem so ist, dann wird nicht nur in der Quantenphysik derzeit viel gute Forschung betrieben. Kosmologie, Genetik, Stammzellen- oder Klimaforschung – sie alle stehen, nach Jahren oft sensationeller Resultate, vor neuen Rätseln und drängenden Problemen.
In der Novemberausgabe von Spektrum berichten führende Wissenschaftler aus ihrem Fachgebiet über heiße Fragen und mögliche Lösungen. Darunter sind etwa der Quantenexperimentator Anton Zeilinger, der Kosmologe Gerhard Börner, der Humangenetiker Jens Reich, der Altersforscher Gerd Kempermann, der Hirnforscher Onur Güntürkün, oder der Paläoanthropologe Svante Pääbo. Ihre Artikel wollen im Sinne Emil Du Bois-Reymonds Einblicke in fundamentale „neue Welträthsel“ liefern. Von ihrer Lösung hängt in einigen Fällen unsere Zukunft ab." (Quelle: Pressemitteilung: Spektrum der Wissenschaft)
Weitere Informationen unter: www.spektrum.de
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