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Die Medien und die Blogs

Die Medien und die Blogs

26.01.2007, (MR)

Meistens wenn sich die "klassischen Medien" auf die "neuen Medien" stürzen, knirscht es im Gebälk. So hat die FAZ sich jetzt den "Blogs" gewidmet in einem recht provokanten Artikel, doch "die Blogs" lassen sich nicht lange bitten und steigen in den Ring.

Die FAZ möchte mit ihrem Artikel "Was ist neu am Web 2.0?" eine Debatte anstoßen. Nun denn, die Methode ist recht alt: so laut rumpeln, dass sich irgendwer angestoßen fühlt und "mitschreibt".

Der Artikel selbst ist dann allenfalls provokant, knallhart recherchiert ist etwas anderes. Zum Teil muss man Sätze zweimal lesen, um den Bezug zu verstehen. Es werden alte Klischees aufgemacht und sogar die Newsgroups wieder hervorgezogen, um irgendwie eine Differenzierung hinzubekommen und zu umkreisen, was denn nun Blogs sind. Dabei wäre doch erst einmal zu klären, was denn nun bitte Web 2.0 sein soll. Egal, der FAZ Artikel möchte auf jeden Fall ein Beitrag zum "partizipativen Journalismus" sein.

Thomas Knüwer vom Weblog des Handelsblattes ließ sich jedenfalls nicht lange bitten und meldet sich recht ironisch zu Wort: Eifersucht im Hause "FAZ"
Auf jedenfall sehr amüsant zu lesen, die Kommentare bei der FAZ halten sich auch in Grenzen.

Die akademische Diskussion "Was ist ein Blog" und "Wie sollen klassische Medien darauf reagieren" wird weiter kontrovers diskutiert. Die Süddeutsche Zeitung versucht es, in dem sie plötzlich wie ein Blog aussieht - Kleider machen zwar bekanntermaßen Leute, aber bei der SZ erwarte ich etwas anderes unter dem Kleid als ein Blog.
Die FAZ sieht aus wie eh und je, würde aber doch gerne mit den Lesern diskutieren (wie es doch so schön in manchen Blogs klappt). Vielleicht hängt aber auch die Erwartungshaltung der Leser damit zusammen - und auch noch die Schreibe der Journalisten. Einen Artikel in der SZ möchte jemand vielleicht schlicht "konsumieren" und ihn nicht diskutieren. Wir auf reticon bekommen auch häufiger gesagt - ihr seid ein komischer Zwitter, irgendwie ein Blog, aber eure Artikel sind immer "so abgeschlossen". Vielleicht liegt es auch daran - vielleicht ist das aber auch altmodische Denke. Viel besser als die Newsgroups war eh das gute alte Fido-Netz.

 

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