Die Welt der PR ist doch eine lustige, da flattert mir gestern eine Pressemitteilung in den E-Mailpostkasten mit dem schönen Titel: "Schulwechsel erweitert Bewegungsradius - mit Handyortung trotzdem wissen, wo die Kinder sind". Während sich die einen über Standbilder bei Streetview aufregen, sollen die Eltern ihre Kinder jetzt orten.
Schön blumig geht es in der Pressemitteilung weiter:
"Umso schwieriger wird es hier für die Eltern, ihre Kinder im Auge zu behalten und zu wissen, wo sie gerade sind. "Ist meine Tochter gut in der Schule angekommen?" "Ist mein Sohn immer noch bei seinen Freunden im Nachbarort?" Gut, dass die meisten Kinder inzwischen ein Handy haben, auf dem sie mobil zu erreichen sind. Doch wer möchte den Nachwuchs schon mit ständigen besorgten "Kontrollanrufen" vor den neuen Freuden gleich als "Muttersöhnchen" oder "Papakind" dastehen lassen?" (Quelle: Pressemitteilung)
Als Lösung wird die stille Handy-Ortung angeboten - da wird dann nochmal ein schöner Begriff eingeführt "sanfte Kontrolle" - andere nennen es Überwachung. Und wenn wir das mit unseren eigenen Kindern machen, wird es ja auch nicht so schlimm sein, wenn andere das irgendwann mit uns machen.
Bleibt zu hoffen, dass Eltern doch etwas mehr pädagogisches Handwerkszeug haben und ein anderes Verhältnis zu ihren Kindern pflegen, als dass sie auf die "sanfte Kontrolle" zurückgreifen müssen.
Wer sich die Webseiten zum Dienst einmal anschauen möchte, die URL ist da auch recht bezeichnend: www.trackyourkid.de
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