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Deutscher Hochschulverband im Kampf gegen Plagiate

Deutscher Hochschulverband im Kampf gegen Plagiate

13.04.2011, (MR)

Der Deutsche Hochschulverband hat in einer Pressemitteilung an die Hochschulcommunity appelliert, sich mehr im Kampf gegen Plagiate zu engagieren. Einige Vorschläge des DHV sind dabei beachtenswert.

"Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hätten verstärkt auf Plagiate zu achten. "Die Unkultur des ‚Wegsehens' ist falsch verstandene Kollegialität und selbst ein wissenschaftliches Fehlverhalten", betonte Kempen. 

Studentische Plagiate erhielten durch die Betreiber von sogenannten Diplomarbeitsbörsen und ähnlichen Sammlungen akademischer Arbeiten Vorschub, so der DHV-Präsident weiter. Obwohl der begründete Verdacht bestehe, dass ein Teil der von diesen Börsen verkauften Arbeiten für Plagiate verwendet würde, gebe es keine rechtliche Handhabe, gegen dieses Geschäftsmodell vorzugehen." (Quelle: DHV)

Hier die Diplomarbeitsbörsen in den Fokus zu rücken ist aus meiner Sicht eher ein "Nebenkriegsschauplatz" und bringt nur ein verzerrtes Bild. Denn bitte warum sollte man gegen jemanden vorgehen sollen, der erstmal nichts anderes macht als Texte zu verkaufen, gegen Verlage möchte der DHV ja auch nicht ins Feld ziehen. Aus "Plagiats-Sicht" sind die Börsen doch eher deshalb "schwierig", da hier Texte zum Verkauf stehen, die ich sonst nirgends bekomme und gegen die ich bei einem Plagiats-Check gar nicht prüfen kann, da die Texte sonst nirgends veröffentlicht sind.

Mit dem zweiten Vorschlag des DHV in Kombination wird da aus meiner Sicht eher etwas draus:

"In einer Resolution, die die Delegierten auf dem 61. DHV-Tag verabschiedeten, werden die Hochschulen aufgefordert, Studierende, Doktoranden und Habilitanden qua Prüfungsordnung dazu zu verpflichten, ihre Arbeiten auch in digitaler Form abzugeben, damit Texte besser und schneller auf Übereinstimmungen mit fremden Texten abgeglichen werden können. In den Prüfungsordnungen solle festgelegt werden, dass mit der Abgabe einer Seminar- und Qualifikationsarbeit eine Erklärung abzugeben ist, nach der diese Arbeit selbständig und ohne Hilfeleistung Dritter angefertigt wurde." (Quelle: DHV)

Dass Texte in digitaler Form vorliegen (und veröffentlicht sind, so dass sie von jedermann eingesehen werden können), ist sicher ein Schritt in die richtige Richtung, der auch das Auffinden von Plagiaten erleichtert.

Damit ist man dann auf dem Weg direkt in die Open Access-Welt - je mehr wissenschaftliche Texte nicht hinter "Bezahlschranken" verschwinden, desto besser sind Plagiate aufzufinden.

In diesem Bereich werden sich sicherlich in nächster Zeit noch mehr Geschäftsmodelle entwickeln. Es gibt ja jetzt schon jede Menge Dienste und Firmen, die Zugriff auf Publikationsdatenbanken etc. haben und die Abschlussarbeiten dagegen prüfen. Den einzelnen Dozenten die Arbeit gegen Google prüfen zu lassen ist da sicher der falsche Weg.

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