In einem Interview mit dem Uni-SPIEGEL erläutert der Bildungsexperte Johannes Balve, warum deutsche Universitäten trotz Exzellenz-Initiativen etc. in der Mehrzahl immer noch nicht auf internationalem Niveau angekommen sind.
Schonungslos beschreibt Balve den Unterschied zwischen Schein und Realität:
"Das Etikett einer Spitzenuniversität, das sich die Sieger des Exzellenzwettbewerbs anheften dürfen, ist vor allem für die Selbstvermarktung der Hochschulen nützlich und für deren Kampf um Fördermittel. Ausgezeichnete Wissenschaft lässt sich aber nicht verordnen. Sie muss aus den Hochschulen heraus entstehen, in Form von herausragender Forschung und Lehre."
Für ihn sind die internationalen Rankings der Universitäten ein ehrlicherer Maßstab und da schneiden deutsche Unis eher "mittelmäßig" ab. Ein Grund dafür sieht Balve in der Stellung der Professoren und ihrer Mitarbeiter, die sich von anderen Bildungshochburgen unterscheidet:
"Das größte Hindernis ist die hierarchische Struktur. Die Lehrstuhlinhaber sind unangefochten und unkündbar, ihre Mitarbeiter aber, die sie nach Gutdünken befristet einsetzen dürfen, haben keine Sicherheiten. Der Nachwuchs arbeitet deshalb nicht auf Augenhöhe wie etwa in den USA, er hat kaum Raum, eigene Ideen umzusetzen. Und der Student schließlich gilt manchen Professoren noch immer als notwendiges Übel im Lauf der eigenen Karriere."
Auch wenn man dem negativen Blick auf die deutschen Universitäten nicht kritiklos zustimmt, vielleicht ist eine derartig eindeutige Kritik notwendig, um letztendlich langfristig einiges zu ändern.
Wer mehr über Johannes Balves Sicht erfahren möchte, erfährt dies in seinem aktuellen Buch:
"Wie wird man exzellent? - Deutsche Universitäten im Spitzenrausch" (Artemis & Winkler, Düsseldorf; 180 Seiten; 14,90 Euro).
oder
Lesen Sie das ganze Interview bei SPIEGEL-Online:
Deutschlands Elite-Unis: "Studenten sollten misstrauisch sein"
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