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Logo der Zeitschrift Gehirn und Geist (Schriftzug)

Logo Gehirn und Geist

Der Geistesblitz wird entschlüsselt

17.10.2005, (MR)

In ihrer neuesten Ausgabe 11/2005 stellt die Zeitschrift gehirn&geist vor, wie es eigentlich zu einem Geistesblitz kommt. Für die plötzliche und oft ja unerklärliche Erkenntnis ist die rechte Gehirnhälft zuständig, wie Forscher jüngst herausfanden.

Nachfolgend veröffentlichen wir den Artikel aus Gehirn&Geist mit freundlicher Genehmigung des Spektrum-Verlages:
"Auf einmal ist er da – der Geistesblitz. Noch kurz bevor er uns
ereilt, grübeln wir ratlos herum. Doch durch unbewusste Prozesse kippt
un­sere Wahrnehmung, und plötzlich haben wir die Lösung. Wie die
US-Forscher Marc Jung-Beeman und Edward Bowden von der North­western
University in Chicago kürzlich herausfanden, laufen diese unbewussten
Vorgänge auf der rechten Hirnseite ab. Dies be­richtet die neue
Ausgabe von Gehirn&Geist (11/2005). Die amerika­nischen Psychologen
zeigten ihren Probanden für einen kurzen Mo­ment Ab­bildungen – und
zwar einmal nur dem linken, ein anderes Mal nur dem rechten Auge. Die
Bilder lieferten den Versuchsper­sonen Er­gebnisse zu Aufgaben, an
denen sie vorher gescheitert waren. Dabei zeigte sich, dass die
Probanden die dargebotenen Lösungen schneller begriffen, wenn sie die
Bilder mit dem linken Auge be­trachteten – von wo aus die Information
in die rechte Ge­hirnhälfte gelangt. Offenbar ist also diese dafür
zuständig, dass wir Heureka schreien.

In einer anderen Untersuchung stellten Elizabeth Grant und Michael
Spivey von der Cornell University in Ithaka, New York fest, dass der
Blickwechsel die Erkenntnis beschleunigt. So mussten die Proban­den
beim Knobeln an einer Aufgabe ihre Aufmerksamkeit nur auf einen
anderen Aspekt lenken, und schon fanden sie die Lösung. Die Forscher
präsentierten den Testpersonen die einfache Zeichnung eines Tumors mit
dem darum liegenden Gewebe und der Haut. Die Probanden sollten
angeben, wie sie die Geschwulst mit möglichst wenig Gewebeschädigung
bestrahlen würden. Hafteten sie dabei ausschließlich mit dem Blick am
Tumor fest, scheiterten sie. Wenn sie dagegen die Aufmerksamkeit auch
auf die Haut richteten, kamen sie zur erfolgreichen Lösung. Hier half
es also, eine Einschränkung aufzugeben.

Weitere Forschungsergebnisse zeigen, wie wir unsere Wege zum
Aha-Erlebnis verkürzen können. So bewiesen Ullrich Wagner und seine
Kollegen der Universitäten Köln und Lübeck, dass Schlaf die Einsicht
fördern kann: Ihre Probanden kamen auf einfachere Lö­sungswege, wenn
sie sich erst einmal zur Ruhe legten, bevor sie sich an die Aufgabe
machten. Dagegen rätselten die Schlaflosen häufiger erfolglos herum.
Die Erklärung: Beim Schlummern ver­knüpfen sich im Hippocampus neue
Informationen mit bereits im Gedächtnis gespeicherten – und einfache
Lösungswege werden offensichtlicher." (Quelle: Gehirn&Geist, 11/2005)

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.gehirnundgeist.de

 

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