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Das Lernen der Zukunft

13.05.2005, (MR)

In der aktuellen Gehirn&Geist (6/2005) ist ein Schwerpunkt das Thema Lernen. Unter verschiedenen Aspekten werden dort Themen wie Mathematik, E-Learning und Fremdsprachenlernen betrachtet. Unterschiedliche Konzepte werden vorgestellt und Lernforscher räumen manches Vorurteil aus der Welt.

Nachfolgend ein Auszug aus dem Artikel - mit freundlicher Genehmigung des Spektrum-Verlags.
Weitere Informationen erhalten Sie auch im Internet unter www.gehirn-und-geist.de

"Zu viele Fremdsprachen verwirren die Schüler? Falsch!
Schüler könnten spielerisch mehrere Fremdsprachen gleichzeitig lernen,
berichtet die Sprachforscherin Britta Hufeisen von der TU Darmstadt in
Gehirn&Geist, dem Magazin für Psychologie und Hirn­forschung aus dem
Verlag Spektrum der Wissenschaft. Voraus­setzung sei, dass sie bereits
eine Fremdsprache gelernt haben, beispielsweise Englisch oder
Französisch. Mit dieser "Brücken­sprache" könnten sie sich dann andere
Idiome erschließen, in dem sie bewusst auf Ähnlichkeiten und
Unterschiede achteten. Beispiels-weise lernen sie bei der
"EuroCom"-Methode, die an der Universität Frankfurt entwickelt wurde,
alle regelhaften Zusammenhänge bei verwandten Sprachen. Wie viele
Schulversuche und auch Seminare an Universitäten europaweit zeigten,
erreichen Sprachschüler bereits nach zwei Wochen ein Leseverständnis,
das fast Abiturniveau entspricht - "eine Kompetenz, die in einem
Europa mit seinen rund 60 Sprachen unbedingt gefördert werden sollte",
so die Forscherin.

Mathe lernen heißt üben, üben, üben? Falsch!

Mit Zahlen richtig umzugehen lernen Grundschulkinder am besten, in dem
sie - diskutieren. Das empfiehlt die Mathematikdidaktikerin Inge
Schwank, die an der Universität Osnabrück über die kognitive
Verar­beitung von Zahlen forscht. So erhielten die Kinder
beispielsweise mit der Methode des "Dialogischen Lernens" die Chance,
die Be­deutung von Ziffern wirklich zu begreifen. Bei dieser Methode
erhal­ten die Schüler Arbeitsaufträge, die sie sich gemeinsam
erarbeiten. In den höheren Grundschulklassen könnten die Kinder etwa
mit dem ägyptischen Ziffernsystem experimentieren, bei dem die
Ziffernstel­lung überhaupt keine Rolle spielt - "wer die Unterschiede
zu unserem Dezimalsystem begreift, der versteht es viel schneller".
Schwank warnt davor, Schüler allzu viele Übungsaufgaben nach
vor­gegebenem Schema rechnen zu lassen. "Damit testen Lehrer nur Fleiß
und Gedächtnisleistung, aber nicht das Verständnis für Zah­len,"
erkannte wie bei ihren Untersuchungen mit Grundschülern. Die Folge:
Die Kinder gelten als "gut im Rechnen", scheitern aber später an
komplexeren Aufgaben wie Bruchrechnen. Rechenschwäche könne so
jahrelang unerkannt bleiben - mit fatalen Folgen für die spätere
"negative Mathematikkarriere".

Lernen am Computer lässt Schüler vereinsamen? Falsch!

Schulen und Universitäten setzen in ihren Lehrveranstaltungen
zu­nehmend auf E-Learning: Das Lernen per Software und Internet
er­möglicht Studenten beispielsweise, an virtuellen
Lehrveranstaltungen vom heimischen Rechner aus teilzunehmen; Lehrer
können Unterlagen leicht abrufbar auf elektronischen Plattformen zur
Verfü­gung stellen. Werden die Schüler und Studenten durch diese Art
der Arbeit zu einsam vor dem Bildschirm klebenden "Nerds"? Diese Angst
halten Experten inzwischen für unbegründet. Viele Methoden des
E-Learnings fördern das gemeinsame und kreative Lernen, denn sie regen
zur Projektarbeit in der Gruppe und zum selbstständigen Erarbeiten von
Arbeitsaufträgen an. So genannte "soziale Software" macht sogar die
gemeinsame Projektarbeit an denselben Dokumenten möglich. »Vernünftig
dosiert und angeleitet, kann das Gruppenlernen per Internet den Erfolg
und den Spaß beim Lernen erhöhen«, meint die Psychologin Ute Linder,
Beraterin am E-Learning-Center der Universität Zürich."
Quelle: Gehirn&Geist (6/2005) www.gehirn-und-geist.de

 

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