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Das Geheimnis der Kreativität

13.07.2004, ()

Nachfolgende Meldung geben wir mit freundlicher Genehmigung von Gehirn&Geist wieder, nähere Informationen erhalten Sie unter http://www.gehirn-und-geist.de

"Warum können sich einige Menschen vor originellen Einfällen kaum retten, während andere nur selten Geistesblitze haben? Wie das Wissenschaftsmagazin Gehirn & Geist in seiner aktuellen Ausgabe (4/2004) berichtet, haben Forscher in den letzten Jahren einige der Regeln aufgedeckt, denen kreatives Denken gehorcht. Die gute Nachricht lautet: Schöpferisches Denken lässt sich fördern und trainieren!
Dazu tragen schon einige ganz simpel erscheinende Dinge bei: Neugier, der Wille zu staunen, der Mut, geistige Mauern einzureißen und der feste Glaube an die eigenen Fähigkeiten. Gerade im mangelnden Selbstvertrauen sieht Steven M. Smith, einer der Mitgründer der Creative Cognition Research Group an der Texas A&M University, eines der größten Hindernisse: "Wir tendieren dazu zu glauben, dass nur eine Handvoll Genies überhaupt in der Lage ist, wichtige kreative Beiträge zu erbringen - aber das stimmt nicht!" Auch erfordert schöpferisches Denken keinen ungewöhnlich hohen Intelligenzquotienten. Bei Problemen, die unkonventionelle Lösungen erfordern, hilft ein Rekord-IQ meist nicht weiter.
Der amerikanische Psychologe Joy Paul Guilford entwickelte vor rund sechzig Jahren ein Modell des menschlichen Verstandes, das die moderne Kreativitätsforschung begründete. Darin unterschied er zwei Arten von Denken: konvergentes und divergentes. Ersteres sucht die einzig richtige Lösung eines Problems, etwa bei mathematischen Knobelaufgaben, und steht im Fokus von IQ-Tests. Divergentes Denken hingegen produziert viele verschiedene mögliche Lösungen. Und hier liegt die Stärke von Kreativlingen - ihr Geist überwindet vorhandene Denkschemata und wandelt auf neuen Wegen.
Heute wissen Hirnforscher, dass diese unterschiedlichen Denkweisen auch in verschiedenen Hirnregionen ablaufen. Das zeigt sich vor allem bei Patienten, die auf Grund von Schädigungen ihres Gehirns entweder ungewöhnliche schöpferische Talente entwickeln oder aber sie verloren haben. So büßen Schlaganfallopfer bei einem Ausfall der rechten Hirnhälfte neben ihrem Körpergefühl und der räumlichen Orientierung auch ihre schöpferischen Begabungen ein - sei es in der Malerei, Musik oder Dichtkunst. Denn während die linke Hemisphäre auf konvergente Prozesse spezialisiert ist, brilliert die rechte Hirnhälfte auf dem Gebiet des divergenten Denkens. Sie überblickt die abstrakten und übergeordneten Zusammenhänge, ist einfallsreicher, fantasievoller und intuitiver.
Doch warum sprudeln dann nicht bei allen die Menschen die Geistesblitze? Schließlich besitzt doch jeder von uns eine rechte Hirnhälfte! Im Kindesalter kennt die schöpferische Kraft tatsächlich noch kaum Grenzen. Doch mit dem Heranwachsen verkümmert diese Fähigkeit oft. In Schule und Beruf sind fast nur noch die Qualitäten des linken Gehirns gefragt - Aufgaben müssen richtig, aber nicht unbedingt kreativ gelöst werden.
Gegen diesen Trend richtet sich das Kreativschulkonzept des Leipziger Professors Hans-Georg Mehlhorn. Das Ziel ist, eine anregungsreiche Umwelt zu schaffen und das anschauliche Denken zu fördern. Singen, Tanzen, Basteln, Theater und Schach ergänzen an diesen Kindergärten und Schulen das normale Programm. Mit Erfolg: Die schulischen Leistungen liegen über dem Durchschnitt, die Kinder sind verantwortungsbewusster, toleranter und können sich besser konzentrieren als Gleichaltrige." (quelle: Presseinformation Gehirn&Geist 4/2004)

Nähere Informationen zur aktuellen Gehirn&Geist erhalten Sie unter:
http://www.gehirn-und-geist.de

 

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