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Das Burn-out-Syndrom: Gelodert und verbrannt

25.10.2005, (MR)

Den Folgen von zu viel Stress widmet sich u.a. die aktuelle Ausgabe (11/2005) der Zeitschrift Gehirn&Geist, dem Bunr-out-Syndrom. Dabei sind die Fälle mit Burn-out-Syndrom gerade in den letzten Jahren rapide angestiegen, wie z.B.ürgen Staedt, Leiter der Klinik für Psychiatrie undPsychotherapie vom Vivantes Klinikum in Berlin-Spandau in Gehirn&Geist berichtet.

Nachfolgend veröffentlichen wir den Artikel aus Gehirn&Geist mit freundlicher Genehmigung des Spektrum-Verlages:

"Ohne Fleiß, keinen Preis: Für immer mehr Menschen gehören Stress und Überforderung zum normalen Berufsalltag. Mediziner begleiten den Trend mit Sorge, denn übermäßiger Ehrgeiz und ständige Anspannung machen krank. Burn-out-Syndrom heißt die Folge.
Menschen, die es nicht geschafft haben, rechtzeitig die Notbremse zu
ziehen, sieht Jürgen Staedt, Leiter der Klinik für Psychiatrie und
Psychotherapie vom Vivantes Klinikum in Berlin-Spandau, immer
häufiger. Bei über 15 Prozent der Patienten, die mit depressiven
Er­krankungen zu ihm kommen, wird heute das Burn-out-Syndrom
diagnostiziert. „Vor zehn Jahren waren es nicht einmal halb so viele“,
berichtet Staedt in der neuen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins
Gehirn&Geist (11/2005).

Der Grund: Der Druck im Job wächst stetig, und das macht den Menschen
zu schaffen. In einer aktuellen Studie des Wissenschaft­lichen
Instituts der AOK klagt jeder Dritte der insgesamt 30.000 be­fragten
Arbeitnehmer über erhebliche psychische Belastungen. „Die
arbeitsassoziierten Belastungen haben stark zugenommen. Und unter dem
zunehmenden Stress entwickeln sich psychische und psychosomatische
Störungen“, erklärt Manfred Schedlowski vom Institut für
Verhaltenswissenschaften der ETH Zürich. Über 130 Symptome seien in
Zusammenhang mit dem Burn-out-Syndrom bereits beschrieben. „Der eine
bekommt chronische Magenschmer­zen, der andere reagiert eher
depressiv, beim Dritten steht eine Angststörung im Vordergrund.“
Typische Stresssymptome seien zudem Nervosität und Reizbarkeit, oft in
Kombination mit körper­lichen Leiden wie Rückenschmerzen oder
Verdauungsproblemen.

Der Begriff „Burn-out-Syndrom wurde bereits in den 1970er Jahren
geprägt und bezeichnet „einen Zustand erschöpfter physischer und
mentaler Ressourcen“, der mit dem Arbeitsleben in ursächlichem
Zu­sammenhang steht. Der Grundstein wird oft schon in der Kindheit
gelegt: Wer gelernt hat, pünktlich und perfekt zu sein, profitiert
zwar zunächst davon: Dank der antrainierten „Tugenden“ kommt man gut
durch Schule und Studium − und hinterher auf der Karriereleiter rasch
voran. Doch leider schaffen es die Wenigsten, ihr Erfolgsrezept
irgendwann zu modifizieren. Die inneren Antreiber bleiben bestehen und
sorgen in Phasen großer äußerer Belastung für noch mehr Stress.

„Wem es nicht gelingt, den Teufelskreis zu unterbrechen, für den kann
die Summe aus beruflichen und anderen alltäglichen Anfor­derungen
lebensgefährlich werden“, warnt Manfred Schedlowski in Gehirn&Geist.
Er rät Menschen mit Berufsstress, eine Entspan­nungstechnik zu
erlernen, etwa Yoga, Autogenes Training oder Pro­gressive
Muskelrelaxation. Der entscheidende Schritt finde allerdings im Kopf
statt: „Man muss sich im Berufsleben früh die Einstellung aneignen,
dass Gesundheit und psychisches Wohlbefinden mindes­tens genauso
wichtig sind wie der Aufstieg auf der Karriereleiter.“" (Quelle: Gehirn&Geist, 11/2005).

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.gehirnundgeist.de

 

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