Das Zentrum für empirische pädagogische Forschung (zepf) der Universität Koblenz-Landau hat in einer Studie die Funktion von Computerspielen untersucht. Im Zentrum der Untersuchung stand die Frage der pathologischen (d.h. krankhaften) Nutzung von Computerspielen.
Die Untersuchung basiert auf einer Online-Umfrage, die im Dezember 2007/Januar 2008 durchgeführt wurde (insg. 688 verwertbare Datensätze), hauptsächlich haben Gymnasiasten an der Umfrage teilgenommen, der Altersschnitt lag bei 16 Jahren.
Das Thema Computerspiele ist seit langem gerade im wissenschaftlichen Bereich sehr umstritten. Die ewige Diskussion um Gewalt in Computerspielen mit ihrer Polemik auf beiden Seiten ist mehr als ermüdend. Da ist es umso erfreulicher, dass die Studie von Moormann/Jäger nicht pauschalisiert, sondern vorsichtig an das Thema herangeht und keine voreiligen Schlüsse zieht. So wird dann auch ganz korrekt darauf hingewiesen, dass die Ergebnisse nicht verallgemeinert werden können und damit nicht "repräsentatitv" sind.
Besonders interessant sind die differenzierten Schlussfolgerungen, die die Studie zieht. Demnach ist eine häufige Nutzung von Computerspielen nicht krankhaft, erst mit weiteren "Verhaltensauffälligkeiten" ergibt sicht eine "krankhafte Nutzung".
Im Anschluss werden verschiedene Hinweise zu einer besseren Einschätzung gegeben, die sich sowohl an Eltern wie Bildungseinrichtungen richten. Zusammengefasst wird ein besseres Verständnis von Computerspielen gefordert.
"Medienerziehung sollte als essentieller Bestandteil in alle institutionellen Formen des Lernens gehören. Dabei werden Kinder und Jugendliche auch in Zukunft eine Lehrfunktion für die Erwachsenen übernehmen, weil sie vermutlich immer mit Blick auf neue Medien einen Vorsprung vor den Erwachsenen haben werden." (Quelle: Moormann/Jäger)
Die Studie wurde von Nina Moormann und Prof. Jäger durchgeführt, dankenswerterweise gibt es den ausführlicheren Bericht kostenlos als PDF-Dokument.
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