Der brasilianische Bestsellerautor Paulo Coelho will seinen Roman "Die Hexe von Portobello" von Internet-Nutzern verfilmen lassen. Über die Kommunikationsplattform MySpace ruft Coelho Filmemacher und Musiker weltweit auf, sich an dem Projekt zu beteiligen. Auch der Soundtrack zum Film soll von Internet-Nutzern produziert werden. 15 Videos und 16 Lieder werde Coelho aus den Einsendungen bis zu für die Endfassung seines Films auswählen.
Das ist innovative Bildungsarbeit, als sei es ein Unterrichtsvorschlag von lehrer-online.de: Coelho ruft die Internetnutzer auf, sich eine der Hauptfiguren seines neuen Romans auszuwählen und zu ihr einen Kurzfilm zu entwickeln.
Coelho ist bekannt für sein Internet-Faible. Nicht nur treibt er sich höchst aktiv in seinem Blog, Flickr-Profil und seiner Myspace Seite herum. Vielmehr begrüßt er die Möglichkeiten, Inhalte über das Netz zu teilen und zu verbreiten und sieht diese für sich als Bereicherung - auch und gerade als Kreativer, der in der Verlagsbranche sein Auskommen findet, die dafür bekannt ist, das Internet v.a. als Bedrohung zu betrachten.
Auf der "Digital Lifes Design"-Tagung in München erklärte Coelho in seinem Vortrag, wie er selber eine Webseite ins Netz stellte, über die Raubkopien seines Welterfolgs "Der Alchimist" zugänglich wurden. Kurz nach dem eine Raubkopie der russischen Ausgabe des Alchimisten ins Netz gestellt hatte, wuchs der
Verkauf im darauffolgenden Jahr von mickrigen 1.000 auf 10.000 Exemplare an, im darauf
folgenden Jahr auf über 100.000 verkaufte Bücher - und das völlig ohne
Werbekampagne.
Coelho führt diesen Erfolg ausschließlich auf die frei im Netz
verfügbare Raubkopie zurück, die wie eine extensive Leseprobe
funktioniert "Die Leute laden sich das Buch herunter, beginnen zu
lesen. Und wenn es ihnen gefällt, fragen sie nach und wollen das Buch
kaufen. Die Nachfrage steigt, und das Buch ist plötzlich verfügbar."
2003 wurde "Der Alchimist" in Russland 1 Million mal verkauft. "Es ist
fantastisch", schwärmt Coelho für die Möglichkeiten des Internet,
"man gibt den Lesern sein Buch und diese entscheiden, ob sie es kaufen
wollen oder nicht." Nach diesen Erfahrungen erstellte Coelho
schließlich die Website "Pirate Coelho", die Links zu Raubkopien seiner Bücher aufführt.
Paolo Coelho bei MySpace www.myspace.com/paulocoelho, als Blog paulocoelhoblog.com, die "Piratenplattform" und bei der Konferenz Digital Life Design




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