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Britische Studie zum Schreibverhalten junger Menschen 2009

23.01.2010, (MD)

In der Studie des National Literacy Trust  „ Young people´s writing: Attitudes, behaviour an the role of technology" werden die Daten aus einer Online-Befragung von 3001 Schülern zwischen 8-16 Jahren aus England und Schottland zu ihren Schreibgewohnheiten ausgewertet.

Als Indikator für den sozial-ökonomischen Status der Schüler wird in Untersuchungen häufig die Teilnahme an der kostenlosen Essensausgabe in der Schule berücksichtigt („free school meal"). Mit einem Prozentanteil von 20,2%  unter den Schülern war dieser Anteil in der Untersuchung eher hoch.

Interessantes Ergebnis der Studie ist, dass 75% der Befragten aussagen, dass sie regelmäßig (!) schreiben und zwar meist technologiegestützt. Das verwundert nicht angesichts der Affinität junger Menschen zu elektronischen Medien. Erstaunlich aber ist, dass überhaupt und mit Freude geschrieben wird und die elektronischen Medien eben nicht nur konsumptiv genutzt werden.

E-Mails werden von 82% der jungen Leute mindestens einmal im Monat geschrieben. Instant-Messages (wie Chatten, Skypen) gehören für 73% der Befragten zum Schreibhandeln dazu, und 63% betätigen sich schreibend in sozialen Internet-Netzwerken. 56% der Schüler haben ein eigenes Profil wie z.B. auf Facebook oder verfügen über einen eigenen Blog. Wer hier schreibt, glaubt von sich selbst auch, dass er ein guter Schreiber ist, schätzt die Bedeutung von Schreiben und Schreibern insgesamt höher ein als es andere Schüler tun. Daran ändert auch der Besitz eines Mobilphones nichts.

Schreiben ohne technische Medien findet eher im Zusammenhang mit schulischem Schreiben statt oder aber wenn Notizen für andere hinterlassen werden.

Die Nutzung des Computers beim Schreiben wird als erleichternd und vorteilhaft bewertet, da Fehler leichter korrigiert werden können (89%) und man eigene Ideen klarer präsentieren könne (76%). Der Computer wird aus Sicht der Schüler als kreativitäts- und schreibfördernd angesehen (60%).

Allerdings kommt es auch darauf an, was und wofür geschrieben wird. Zwei Drittel der Befragten schreiben lieber für Familie und Freunde als für die Schule und Schreiben wird positiver erlebt, wenn man zu seinen eigenen Themen schreibt (79%).

Immerhin 45% der befragten Schüler hielten sich nicht für sehr gute Schreiber und meinten, dass sie es eigentlich besser können müssten. Besonders Jungen schätzten sich und das Schreiben negativer ein als die Mädchen.

Interessant ist, dass keine sozio-ökonomischen Unterschiede (s.o. Indikator „free school meals") in der Studie ausgemacht werden konnten, was das regelmäßige und positiv besetzte Schreiben angeht. Lediglich das Vertrauen in die eigenen Schreibfertigkeiten divergiert zwischen den Schülern, die kostenlos an der Schulspeisung teilnehmen und den eher privilegierten Mitschülern.

 

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