In der aktuellen Ausgabe der Online-Zeitschrift Bildungsforschung geht Grit im Brahm in einem Artikel auf den Zusammenhang zwischen Klassengröße und Schulerfolg ein. Sie stellt die Ergebnisse nationaler und internationaler Studien vor.
Die Frage wird auch in deutschen Schulen immer wieder diskutiert, eine fundierte und vor allem wissenschaftlich belegbare Position wird nur selten eingenommen.
Auf der einen Seite sind Klassengrößen ein "Kostenfaktor" mit dem immer wieder Einsparungen realisiert wurden. Auf der anderen Seite wird recht häufig das Argument angeführt, je kleiner die Klasse sei, desto besser könne differenziert und gefördert werden, man geht also von einem höheren Leistungsniveau in kleineren Klassen aus.
Aber ist dem wirklich so - kann hier jemand "Recht" haben.
Grit im Brahm stellt unterschiedliche Studien vor, die wie so oft unterschiedliche Ergebnisse liefern. Trotzdem scheint sich in der Grauzone eine Tendenz auszumachen:
"Während die nationalen Studien keine eindeutigen Effekte der Klassengröße auf die Leistungsentwicklung von Schülern feststellen, belegen neuere internationale Studien recht eindeutig, dass eine kleine Klasse Einfluss auf die Schülerleistungen bewirken kann; insbesondere dann, wenn Schüler der unteren Jahrgangsstufen dauerhaft in einer kleinen Klasse mit deutlich weniger als 20 Schülern verbleiben. Diese widersprüchliche Befundlage kann sich beispielsweise darüber erklären, dass sich kleine Klassen nicht automatisch in besseren Schülerleistungen widerspiegeln." (Quelle: Grit im Brahm in Bildungsforschung 01/2006)Die Klassengröße hat also einen Einfluss auf die Leistung, allerdings stellt sich diese höhere Leistung nicht automatisch ein, sondern muss auch vom Lehrer umgesetzt werden können:
"Bildungsplanerisch betrachtet macht vor diesem Hintergrund eine Realisation kleiner Klassen im Grundschulbereich also nur dann Sinn, wenn Lehrer dazu in der Lage sind, die Vorteile kleiner Klassen im Unterricht auch tatsächlich zu nutzen." (Quelle: Grit im Brahm in Bildungsforschung 01/2006)Der Beitrag ist sehr lesenswert, wir können ihn nur empfehlen - ebenso wie die Online-Zeitschrift Bildungsforschung ganz grundsätzlich.Sie verfolgt als Zeitschrift im Bereich Pädagogik und Bildung im besten Sinne die Ziele von Open Access.
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