Das Konzept der BILD sieht ja vor, schreiende Frage in den Raum zu werfen, darauf aber keine Antworten zu geben. Wieder einmal konsequent umgesetzt im Artikel über Bundespräsident Köhler und die Debatte um die Begnadigung Christian Klars.
Die BILD bringt die Frage:
"IM KLARTEXT: Muss sich der Bundespräsident auch auf den Weg zu anderen verurteilten Mördern machen, wenn sie um ein Gespräch bitten?" (Quelle: Bild)
Einfache Frage, auf die der Artikel und die zusammengestückelten Zitate keine Antwort geben. Es wird über geringere Chancen bei der nächsten Wahl des Bundespräsidenten fabuliert. Die neben dem Artikel stehenden Bilder von verurteilten Mördern (Böttcher, Röser, Zurwehme) werden dann unter der Frage präsentiert: " Können auch andere Killer um ein Gespräch mit Köhler bitten?" Auch hier wiederum keine Antwort nur die Gruselgeschichten über die verübten Taten.
Dabei wäre die Antwort doch denkbar einfach: Nein, liebe BILD, geht alles nicht. Es reicht einfach die ersten Zeilen aus Heribert Prantls aktuellem Artikel "Gnadenherr für Terroristen" zu zitieren:
"Der Präsident entscheidet nur über Gnadengesuche von verurteilten Agenten und Terroristen. In den meisten Fällen sind Begnadigungen jedoch Ländersache." (Quelle: Süddeutsche Zeitung)
Schade aus Sicht der BILD ist daran natürlich, dass man dann nicht die schönen Bilder anderer Verbrecher abbilden könnte, auch den beliebten Begriff "Killer" hätte man an anderer Stelle einbauen müssen.
Aber so werden eben Stimmungen erzeugt, der Schluss des Artikels beschwört dann auch noch die Angst vor Terror von links - die Tendenz ist eindeutig: Eine Begnadigung von Klar ist für die BILD undenkbar.
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