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7 Wochen leben mit Hartz IV

7 Wochen leben mit Hartz IV

25.02.2007, (RK)

450 Freiwillige aus Niedersachsen wollen von Aschermittwoch bis Ostern auf Hartz-IV-Niveau leben. Sie beteiligen sich an einer Aktion des Diakonischen Werkes der hannoverschen Landeskirche. „Wir wollen Menschen sensibilisieren für die Lebenssituation derjenigen, die mit Arbeitslosengeld II auskommen müssen“, so Diakonie-Direktor Manfred Schwetje.

"Mit Hartz IV lässt es sich in Deutschland gut leben" – so hört man immer wieder. "7 Wochen leben mit Hartz IV" fordert alle Interessierten auf, das zu überprüfen. Mitmachen können alle, die einmal am „eigenen Leib“ erfahren möchten, was es bedeutet, z. B. als Alleinstehende/r mit 345 Euro für den Lebensunterhalt auskommen zu müssen. Auf diese Weise lässt sich nachvollziehen, was es heißt, auf Vieles verzichten zu müssen, das wie selbstverständlich zum alltäglichen Leben gehört: Kann ich es mir leisten, in ein Café zu gehen, ein Paar Schuhe zu kaufen oder ein Spielzeug für die Kinder? Kann ich mir den neuen Film im Kino anschauen, auf den ich mich so freue? Was mache ich, wenn meine Waschmaschine kaputt geht?



Von dem Geld sind nach den Hartz-IV-Bedingungen rund 38 Prozent für Nahrung, Getränke und Tabakwaren vorgesehen, das sind nach Angaben der Diakonie 4,37 Euro pro Tag. Projektleiterin Marlis Winkler erklärte, das Leben der wirklichen Hartz-IV-Empfänger sei ungleich härter, da sie oft von Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Scheidung betroffen seien. Im Unterschied zu ihnen verfügten die Projektteilnehmer meist über einen vollen Kleiderschrank.

Die Kampagne ist angelehnt an die alljährliche Fastenaktion „7 Wochen ohne“ der evangelischen Kirchen. Sie bietet eine gute Möglichkeit, das persönliche Konsumverhalten zu überdenken und kritisch zu hinterfragen, eigene Erfahrungen mit Armut, Verzicht, Benachteiligung und Ausgrenzung zu machen. „7 Wochen leben mit Hartz IV“ will Verständnis und Sensibilität wecken, Vorurteile abbauen und einladen zu Solidarität mit denen, die am Rand unserer Gesellschaft stehen und mit sehr wenig Geld auskommen müssen.

Neben Unterlagen und Fragebögen für die Teilnehmenden, die der Aufzeichnung der täglichen Ausgaben und der späteren Auswertung dienen, bieten die Diakonischen Werke auch regelmäßige Veranstaltungen zur Information und zum Austausch an, um eine Begleitung während der sieben Wochen sicher zu stellen. Bei folgenden örtlichen Diakonischen Werken können Sie sich für die Aktion anmelden und Unterlagen anfordern: Bramsche, Soltau, Walsrode, Rinteln, Wolfsburg, Emden, Celle, Ronnenberg / Barsinghausen, Alfeld, Laatzen, Hildesheimer Land, Hildesheim, Diepholz / Barnstorf.
 
(Quelle: Familienratgber/PM)

 

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