Am Montag, 05. Mai sendet 3sat um 18:00 Uhr den Beitrag "Mami kann nicht lesen". Im Mittelpunkt stehen dabei Menschen, die auf Grund einer geistigen Behinderung nicht oder nur sehr schlecht lesen können.
Wir verweisen auf reticon immer wieder auf das Thema Alphabetisierung hin - geistige Behinderung ist hier sicher nur eine Facette eines großen Themas und mit geeigneter Förderung sind oft auch "geistig Behinderte" nicht automatisch als Analphabeten "abzuschreiben".
Mami kann nicht lesen
3sat: 05.05.2008, 18 Uhr
Aus der Ankündigung:
"Etwa 2.000 Kinder von Eltern mit geistiger Behinderung leben in
Deutschland, zwei von ihnen sind Sarah und Jessica. Die kognitiven
Fähigkeiten ihrer Mutter entsprechen denen eines sechsjährigen Kindes.
Kerstin
M. kann nicht lesen, nicht schreiben, nicht rechnen. Wenn sie einkaufen
geht, dann erkennt sie anhand der Bilder auf den Verpackungen, was sie
in ihren Korb legen muss. Und weil das mit dem Bezahlen schwierig ist,
gibt sie der Kassiererin das ganze Portemonnaie. Kerstin M. ist geistig
behindert. Ihre kognitiven Fähigkeiten sind vergleichbar mit denen
eines Kindes von zirka sechs Jahren. Trotzdem ist Kerstin M. Mutter.
Gleich zweimal. Sarah und Jessica heißen ihre Töchter. Weil die junge
Mutter mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert ist, lebt sie im
Familienprojekt der Arbeiterwohlfahrt in Friesack. Kerstin M. wohnt
gemeinsam mit drei weiteren geistig behinderten Müttern in einem Haus,
in dem die Schlüssel aller Wohnungen außen stecken. Jederzeit kann so
ein Betreuer im Zimmer stehen, in den Kleiderschrank oder in den
Kühlschrank schauen. Kerstin kann zwar gut kochen, aber sie weiß nicht
genau, was gesund und wichtig für ihre Töchter ist. Als Jessica in die
Schule kommt, zeigen sich die Defizite, die auch eine 24-Stunden
Betreuung nicht kompensieren kann. Schätzungsweise 2.000 Kinder von
Eltern mit so genannter geistiger Behinderung leben in Deutschland,
zwei von ihnen sind Sarah und Jessica." (Quelle: 3sat)
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