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12 Thesen zum differenzierten Schulsystem

12 Thesen zum differenzierten Schulsystem

24.10.2010, (MR)

Die drei "Süd-Kultusminister" (Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen) kämpfen mit 12 Thesen für das dreigliedrige Schulsystem.

Die 12 Thesen, die letzten Freitag veröffentlicht wurden, positionieren das dreigliedrige Schulsystem gegen die z.B. in NRW diskutierte "Einheitsschule".

Wie zu erwarten stoßen die Thesen auf ein geteiltes Echo - die SPD ist dagegen und sieht wenig Beziehung zur Bildungsrealität vor Ort. Die Verbände betreiben wie eh und je Lobbyarbeit - wer schon vorher das dreigliedrige Schulsystem verteidigte begrüßt dann halt auch die 12 Thesen.

In der Presse gibt es kaum eine inhaltliche Auseinandersetzung, die Rezeption endet meist mit einer inhaltlichen Zusammenfassung - manch Online-Medium setzt dann sogar noch einen Link.

Insgesamt gibt es aus meiner Sicht wenig konkretes in den Thesen zu finden. Einiges ist so selbstverständlich, dass man es problemlos "mittragen" kann - an vielen Stellen spürt man aber die Tendenz, doch bitte alle Struktur im Bildungs-Sektor so zu lassen und nicht zu viel zu reformieren.

Ok - hier argumentieren ja auch die PISA-Gewinner Deutschlands und verteidigen "ihr System". Das wird dann auch durch entsprechende Verbände gestützt, die schon länger ein "Struktur-Moratorium" fordern.

Mich persönlich stört schon die erste These: 

"1. "Jeder zählt" ist unser Anspruch
Vom christlichen Menschenbild ausgehend muss die Devise heißen: Jeder zählt! Das ist der Anspruch eines gerechten Schulsystems. Schule leistet durch ihren Bildungs- und Erziehungsauftrag einen wesentlichen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung, kann allerdings andere Sozialisationsinstanzen - insbesondere das Elternhaus - nicht ersetzen."

Gegen "jeder zählt" habe ich nichts - aber das direkt im ersten Satz mit dem christlichen Menschenbild zu begründen - das kann man machen, muss es aber nicht, da gibt auch die Bildungsgeschichte einiges mehr her. Das direkt in der ersten These zu finden - macht den Rest sicher nicht einfacher und macht natürlich eine breite Akzeptanz auch schwieriger.

Insgesamt kann ich den Thesen zu wenig abgewinnen - und es erleichtert auch nicht die Diskussion der anstehenden Bildungs-Diskussionen.

Ich empfehle, sich z.B. ein paar Filme von Reinhard Kahl (Archiv der Zukunft) anzusehen - und danach vielleicht doch wieder in die Strukturdebatte einzusteigen. 

Wir haben nachfolgend einige Reaktionen und Quellen zusammengestellt:

 

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