
"Am Tag des Palio ist ganz Siena auf den Beinen, Pferde werden durch die Altstadt getrieben, Fahnenschwenker in alten Uniformen führen im Aufmarsch zur Piazza. Der Filmemacher begleitet die Vertreter Civittas, des kleinsten Stadteils Sienas, die die Ehre haben, das Rennen vorzubereiten, das diesmal - 2003 - besonders wichtig scheint. Denn es geht darum, nach 24 langen Jahren der Niederlagen endlich wieder zu triumphieren. Das und nur das bewegt die Gemüter, ob das des 92jährigen Egidio, der Seele des Viertels, oder das des 21jährigen Paolo, der das zum Sieg bestimmte Pferd pflegen darf und besondere Verantwortung trägt. Was es in der Welt der Sienesen bedeutet, die Trophäe zu erringen, dem spürt John Appel in Interviews mit Mitgliedern des Civetta-Clans nach: Das Rennen um den Palio ist weitaus mehr als nur ein sportliches Ereignis. Die Emotionen steigern sich im Verlauf der Vorbereitungen und bestimmen auch die Dramaturgie des Films, der in seinen 88 Minuten permanent das Tempo anzieht und nachvollziehbar macht, warum der Tag des Palio jährlich mehr Schaulustige und Touristen anzieht. Was sie zu sehen bekommen, ist ein wild-bewegtes, brutales Schauspiel: [...]." (Quelle: PHOENIX)
Kategorie: Gesellschaft
Jacques Lacan