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Mittwoch, 10.03.2010
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Ketten im Kopf

20:15 Uhr |  3sat

"Frauenhandel existiert auch in der Schweiz. Doch man darf sich kein falsches Bild machen. Die Opfer - zum größten Teil junge Frauen aus Mittel- und Osteuropa - sitzen nicht angekettet oder eingesperrt in dunklen Kellerlöchern. Irina aus Moldawien zum Beispiel musste zwei Jahre lang in unzähligen Cabarets ihren Körper verkaufen, um ihre Schulden abzuarbeiten. War sie so naiv oder so verzweifelt? Wusste sie nicht, was auf sie zukommt? Welche Gründe zwangen sie dazu, ihr Heimatland Moldawien zu verlassen? In Irinas Heimatland erleiden viele junge Frauen ein ähnliches Schicksal: Sie verlassen ihr Land, die Familie und ihre Kinder in der Hoffnung, im Ausland schnelles Geld zu machen. So auch Svetlana R. Doch anstelle des Jobs in einem Restaurant in Istanbul landete sie in einem der zahlreichen Bordelle auf der nördlichen, türkischen Seite Zyperns. Ketten im Kopf ist ein Film über Frauenhandel von Osteuropa bis in die Schweiz. " (Quelle: 3sat)
Kategorie: Gesellschaft

TV

"Für diese Wunde gibt es keine Pflaster, sagt der fünfjährige Gion, als plötzlich sein Vater stirbt. Mindestens ein halbes Dutzend minderjährige Kinder werden jeden Tag in der Schweiz zu Halbwaisen. Was bedeutet das für die Kinder? Und was brauchen sie vom hinterbliebenen Elternteil, um diese schmerzliche Lücke auszufüllen? Es ist erstaunlich, wie offen Kinder über den Tod reden und ganz verschiedene Wege finden, mit dem Unabänderlichen umzugehen. So weiß beispielsweise der zehnjährige Elias, dass ihm ein Friedhofsbesuch nichts bringt, weil er seinen Vater immer noch im Haus spürt. Außerdem, so sagt er, beantwortet ihm sein toter Vater durch eine Art Telefon im Kopf nach wie vor seine Fragen. Der 14-jährige Sebastian ist das älteste von vier Kindern. Sein Vater starb völlig unerwartet und ausgerechnet an Sebastians achtem Geburtstag. Seine Mutter war damals mit dem vierten Kind schwanger. Sebastian weiß, wie wichtig es ist, dass seine Mutter wieder einen Mann findet, weil sie dann glücklicher ist. Trotzdem will er keinen anderen Vater. Stefan, heute 25 Jahre alt, erfuhr erst vor Kurzem, dass sich seine Mutter umgebracht hatte, als er sechs Jahre alt war. Bisher dachte er immer, sie sei eines natürlichen Todes gestorben. Er wäre froh, hätte man ihm damals schon die Wahrheit gesagt, denn einem Kind kann man schon etwas zumuten. Die heute elfjährige Meret war noch nicht geboren, als ihr Vater kurz vor der Hochzeit an einer Lungenembolie starb. Ihre Mutter hat inzwischen einen Witwer kennengelernt, der eigene Kinder mit in die Beziehung brachte. Nun hat das Mädchen eine neue Familie. Trotzdem will sie wissen, wer ihr leiblicher Vater war. Andrea Pfalzgraf geht in ihrem Film Für diese Wunden gibt es kein Pflaster Fragen nach, die Kinder nach dem Tod eines Elternteils beschäftigen. Der Film beleuchtet berührende und doch alltägliche Schicksale von starken, offenen, mutigen und immer wieder auch traurigen Kindern. Sie erzählen aus ihrem Alltag, und davon, wie sie sehr früh keine andere Wahl hatten, als den Tod zum Leben gehörend zu akzeptieren. " (Quelle: 3sat)
Kategorie: Gesellschaft

Donnerstag, 11.03.2010
TV

"Wenn Hunde mit dem Schwanz wedeln, freuen sie sich, und wenn Katzen schnurren, geht es ihnen gut - zumindest ist das unsere Interpretation ihres Verhaltens. Aber wie gut verstehen wir eigentlich die Sprache der Tiere? Besteht die Kommunikation von Mensch und Tier tatsächlich aus lauter Missverständnissen, wie einige Forscher heute behaupten? Schimpansen scheinen menschliche Regungen in ihrer Mimik zu zeigen. Doch leicht kann man sich täuschen: Das Grinsen des Affen beispielsweise ist ein Angstgrinsen, eine Geste der Unterwerfung, die nichts mit Freude zu tun hat. Wenn Menschenaffen allerdings spielen oder gekitzelt werden, lachen sie wie Menschen. Dieses Beispiel zeigt, dass die Kommunikation zwischen Mensch und Tier nicht so einfach ist, wie es Herrchen und Frauchen gerne hätten. Deshalb herrscht auch in tierpsychologischen Praxen Hochbetrieb. Im Wartezimmer sitzen depressive Hunde, neurotische Katzen und verhaltensgestörte Meerschweinchen mit ihren Besitzern. Aber wer hat eigentlich die Probleme - die Tiere oder die Menschen mit den Tieren? Haben Tiere überhaupt eine Psyche? Hintergrundinformationen: Zwei Moderatoren-Teams führen abwechselnd durch die Sendung: Dörthe Eickelberg arbeitet als Regisseurin, steht als Kabarettistin auf Berliner Bühnen und wurde bekannt als freche Moderatorin auf dem Internetportal Watchberlin. Der Elsässer Pierre Girard arbeitet seit 2006 als Journalist und Nachrichtenkorrespondent in Berlin. Caro Matzko und Gunnar Mergner moderieren zurzeit in Doppelmoderation das Jugendmagazin freiraum in BR-alpha. Caro Matzko moderiert darüber hinaus das Kultradioformat Zündfunk in Bayern2Radio. Gunnar Mergner arbeitet als Autor für das BFS-Kinoformat Kino Kino. " (Quelle: Arte)
Kategorie: Gesellschaft

TV

"Ob Schneekugel, Sissi-Film, Schlagerschnulze oder Nippes-Figur - die Welt ist voll von Kitsch. Manche Menschen lieben ihn, andere dagegen verabscheuen ihn geradezu. Beim Thema Kitsch scheiden sich die Geister. Was ist Kitsch überhaupt? Schlechter Geschmack, sagen die einen. Balsam für die Seele, behaupten die anderen. Kitsch ist das Gegenteil von Kunst, urteilen die Bildungsbürger, doch spätestens, seit zeitgenössische Künstler wie Jeff Koons den Kitsch entdeckt haben, ist der schlechte Geschmack salonfähig geworden. Die Kitschkultur blüht quer durch alle Sparten. Der röhrende Hirsch neben Picasso als ironisches Detail - das ist heutzutage durchaus akzeptiert. Quer durch Europa findet man Menschen, die ein besonderes Verhältnis zum Kitsch pflegen. Von der missionierenden Kitsch-Fee Miss Weltfrieden über die Künstlerin Aline Kominsky-Crumb, die überbordende Kitsch-Altäre herstellt, bis hin zum Designer Matthias Aron Megyeri, der Sicherheitszäune mit niedlichen Häschen verziert und damit ein kritisches Statement zur Verkitschung unserer Alltagswelt liefert. Ob Kitsch nur die Sinne benebelt oder aber als eine Art Heilmittel fungiert, darüber gehen die Meinungen auch unter Experten auseinander. Fest steht nur, dass der Umgang mit Kitschelementen und die Rezeption des Kitsches sich in den letzten Jahren verändert hat. Kitsch ist nicht mehr peinlich - konstatiert der Wiener Philosoph und Kitsch-Experte Konrad Liessmann. " (Quelle: Arte)
Kategorie: Gesellschaft

Freitag, 12.03.2010
TV

"Steh auf! fordert Boris Grundl in seinen Vorträgen, und das, obwohl er im Rollstuhl sitzt. Als Gastdozent und Unternehmens-Coach stellt er seine zentralen Fragen: Wie führe ich mich selbst? Wie lasse ich mich führen? Wie führe ich andere? Werner Nauber, Cheftrainer des deutschen Biathlon- und Langlaufteams des Deutschen Behindertensportverbands (DBS) und ehemaliger Auswahltrainer der Skilangläufer der DDR, spricht über Sportler mit und ohne Handicap. Boxtrainer Ulli Wegner fragt, ob der Mann hinter den Starken noch stärker sein muss, und wann er einmal schwach sein darf. Das Magazin selbstbestimmt! will das Recht auf Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung stärken. In der aktuellen Ausgabe stellt es starke Männer vor. " (Quelle: 3sat)
Kategorie: Gesellschaft

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"Zwischen der Person und ihrer Tat zu unterscheiden ist ein Grundsatz christlicher Ethik. Die Person verliert ihre Würde nicht, auch nicht durch böse Taten. Menschen ihrer Würde entsprechend zu behandeln, prägt Gefängnis-Seelsorge - und die Arbeit des evangelischen Gefängnisseelsorgers Arno Preis. Er arbeitet mit jungen Menschen im Alter zwischen 14 und 26 Jahren, die in der österreichischen Jugendstrafanstalt Gerasdorf ihre Strafe absitzen. Durch seine seelsorgerische Betreuung will er den jugendlichen Straftätern helfen, sich der Tragweite ihrer Straftaten bewusst zu werden, für sie Verantwortung zu übernehmen und so neu anfangen zu können. Der Film Schuldfähigkeit lernen: Evangelische Gefängnisseelsorge berichtet über die Arbeit von Arno Preis. " (Quelle: 3sat)
Kategorie: Gesellschaft

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