
"Die Filmemacherin Okinawa Guérard folgt in einem Heißluftballon dem Wind, um die Veränderungen in der heutigen Landwirtschaft zu erkunden. Es handelt sich um eine Reise in die Natur und zu gentechnisch veränderten Organismen und Pflanzen in der europäischen Landwirtschaft. Die Filmemacherin fliegt über das Land, lässt sich hier und dort nieder und begegnet Landwirten und Wissenschaftlern, die sich mit genmodifizierten Pflanzen befassen. In kurzen Zeichentricksequenzen bringt sie dem Zuschauer visuell die Verfahren näher, mit denen Pflanzen zur Nahrungsmittelherstellung genetisch verändert werden. Sie verzichtet dabei auf einen wissenschaftlichen Ton und behandelt das Thema erzählerisch und emotional. Ihre Dokumentation will Guérard nicht als Propaganda gegen Genmanipulation verstanden wissen. Dennoch wirft sie die Frage auf, wie die neuen Technologien eingesetzt werden können, ohne dass sie dem Menschen schaden. Ihr Interesse gilt dem Verbraucher, dem sie Dinge vor Augen führt, die ihm sonst verborgen bleiben. " (Quelle: Arte)
Kategorie: Gesellschaft

"Ein israelischer Unternehmer bietet einen neuen Service an: Babyproduktion. Die Leihmutterschaft wird nach Indien outgesourct, somit werden die Kosten drastisch gesenkt. Das gewünschte genetische Material kann von den Kunden gewählt werden. Google Baby erzählt die Geschichte der sich anbahnenden industriellen Babyproduktion im Zeitalter der Globalisierung. Doron, ein israelischer Unternehmer, bietet einen neuen Service an: Babyproduktion. Er bietet Kunden eine kostengünstige Lösung für eine Leihmuttergeburt an. Das gewünschte genetische Material kann von den Kunden gewählt werden, der Rest liegt in der Hand des Produzenten. Spermien und Eier werden online erworben und zahlreiche Embryos werden produziert und eingefroren. Verpackt in flüssiges Nitrogen, werden nur diejenigen Embryos, die den Kundenwünschen entsprechen, nach Indien verschickt. Dort werden sie in die Eierstöcke einheimischer Leihmütter eingepflanzt. Erst nach der neunmonatigen Schwangerschaft erscheinen dann die Kunden, um die Babys mitzunehmen. Das Entstehen eines Babys ist heute zu einem vom Sex unabhängigen Akt geworden. Die Globalisierung hat die Babyproduktion bezahlbar gemacht. Voraussetzung ist eine Kreditkarte. Anweisungen sind auf YouTube zu finden. Hintergrundinformationen: Der Dokumentarfilm wurde 2009 als bester israelischer Film beim Doc Aviv Filmfestival ausgezeichnet. " (Quelle: Arte)
Kategorie: Gesellschaft

"Dokumentarfilm von Beate Thalberg, Österreich/Deutschland/ Schweiz 2010 Als Studenten am Wiener Konservatorium lernten sich der österreichische Komponist, Dirigent und langjährige Hofopern-Direktor Gustav Mahler und die Musikerin Natalie Bauer-Lechner kennen. Während dieser Zeit und bei innigen Urlauben am Attersee entwickelte sich zwischen den beiden nicht nur eine intellektuelle Freundschaft, sondern auch eine Künstler-Liebe, die letztlich unerfüllt blieb. Basierend auf den Tagebüchern der engsten Vertrauten des Komponisten, Natalie Bauer-Lechner, beschreibt der Film Mahlers Leben bis zu seiner Heirat mit Alma Schindler. Die Eintragungen Bauer-Lechners offenbaren nicht nur den Charakter des Künstlers und seinen Humor, sondern dokumentieren auch seinen dramatischen Kampf um Anerkennung als Komponist. Im Anschluss, um 21.05 Uhr, zeigt 3sat anlässlich des 150. Geburtstags des Komponisten den Spielfilm Mahler. " (Quelle: 3sat)
Kategorie: Gesellschaft

"24h Berlin ist eine 24-stündige Dokumentation, die in neun Teilen Einblicke in den Alltag mehrerer Menschen in der deutschen Hauptstadt gibt: von der 34-jährigen Call-Center-Angestellten aus Neukölln über Daniel Barenboim, den Generalmusikdirektor der Staatsoper Unter den Linden, vom Chefredakteur der Bildzeitung Kai Diekmann bis zur Rentnerin aus Schöneberg. 80 Teams haben am 5. September 2008 - auf den Tag genau zwei Jahre vor der Ausstrahlung - 24 Stunden lang gefilmt, darunter namhafte Regisseure wie Romuald Karmakar, Volker Koepp, Andres Veiel und Rosa von Praunheim. Neben den professionellen Filmaufnahmen werden auch Videos von Berlinerinnen und Berlinern gezeigt, die ebenfalls am 5. September 2008 entstanden sind. Wie ein Mosaik fügen sich die Blicke in den Alltag zahlreicher Menschen zu einem facettenreichen Gesamtbild der Stadt Berlin zusammen. Teil eins zeigt den Morgen von 6.00 bis 9.00 Uhr: Berlin wacht auf, der Tag beginnt. Noriko Ihlow steht um 6.00 Uhr am Band bei BMW. Marina Schneider weckt ihre Familie. In der Justizvollzuganstalt Tegel werden um 6.30 Uhr die Zellen aufgeschlossen. Alex Beribes beginnt den Tag mit einem Gebet. Aziz Sinka macht sich kurz vor 7.00 Uhr auf den Weg zur Arbeit. Die Berliner Stadtreinigungsbetriebe leeren die Mülltonnen. Jérome Bony macht Frühstück für seine Familie. Leonie Lehmann wird um 7.00 Uhr geboren. Mario Krüger muss um 8.00 Uhr die Notunterkunft verlassen. Die U- und S-Bahnen füllen sich. Küster Sven Frohn-Langnick beginnt seinen Tag im Krematorium Baumschulenweg. Hardy Wischmeier erlebt einen Autounfall. Jörg Textor unterrichtet Erdkunde an der Walter Gropius Oberschule. Rentnerin Margarete Hein misst ihren Blutdruck, und Fritz Eichert wird am Herzen operiert. Die weiteren acht Folgen von 24h Berlin zeigt 3sat im Anschluss, ab 9.00 Uhr. " (Quelle: 3sat)
Kategorie: Gesellschaft

"Joann Sfar zeichnet ohne Unterlass. Unaufhaltsam bringt er seine Ideen und Geschichten in kleinen und großen Comicstrips zum Ausdruck und hat so bisher schon mehr als 150 Bände veröffentlicht. 1971 geboren, zählt er zu den produktivsten und brillantesten französischen Autoren der jungen Generation. Er studierte in seiner Geburtsstadt Nizza Philosophie und später in Paris Kunst und Morphologie. Intellektualität und Zeichentalent gehen in seinen Comics eine unvergleichlich fruchtbare Verbindung ein. In der berühmten Reihe Die Katze des Rabbiners, die derzeit verfilmt wird, thematisiert Joann Sfar die Situation des Judentums im Maghreb, aber auch das Zusammenleben der arabischen und jüdischen Bevölkerung, die sich einer französischen Kolonialmacht gegenübersehen. Die Katze erweist sich dabei als eine sehr jüdische Katze, die nicht aufhört, ihren Rabbiner und die Grundsätze des Glaubens infrage zu stellen. Joann Sfars Gespür für tiefgründige Unterhaltung, sein Humor und die philosophische Verbindung von beidem geben dabei seinem Werk ihren spezifischen Charakter. Unter den zahlreichen Figuren, die seiner Fantasie entsprangen, finden sich ein gutmütiger Rabbiner, eine temperamentvolle Jiddischsängerin, ein Vampir, der sich für Klezmermusik begeistert, und natürlich die sprechende Katze des Rabbiners. Diese ist eine Art Alter Ego des Künstlers, das mit scharfer Beobachtungsgabe kritisch beäugt, was rundherum geschieht. Auch die anderen Figuren haben klar umrissene Profile, für die sich Sfar häufig aus seiner eigenen Biografie und durch seine jüdischen Vorfahren aus Nordafrika und Osteuropa inspirieren ließ. Wer Joann Sfar beim Zeichnen zuschaut, erlebt, wie unter seiner Feder eine Welt entsteht, die der unseren ähnelt, aber von Gespenstern bevölkert wird (Time Magazine). Sfars Comics gehören zu den faszinierendsten Werken der letzten Jahre. Hintergrundinformationen: Für seine Arbeiten wurde Joann Sfar 2003 beim Internationalen Comic-Festival von Angoulême mit dem Prix des Fondateurs geehrt. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung rühmte ihn als zweifelsohne den besten Autor, den der Comic derzeit aufzuweisen hat. Der Verfilmung der Katze des Rabbiners folgte ein weiteres Projekt: Joann Sfar arbeitete an einem Film über Serge Gainsbourg. " (Quelle: Arte)
Kategorie: Gesellschaft
Eduard Moriz